Freitag, 28. Mai 2010

Der erste Regen

So langsam kehren sich die Machtverhältnisse um! Auch wenn es laut aktuellen Informationen in München wohl teilweise noch recht kalt ist, nähern zumindest wir uns etwas dem schmuddeligen Wetterbedingungen an. Diese Woche war wirklich sehr stark verregnet, am Monat und Dienstag hab ich mich immer mal wieder ins Labor flüchten müssen um nicht vollständig durchnässt zu werden und am Mittwoch und Donnerstag machte es garkeinen Sinn überhaupt erst anzufangen. Ziemlich außergewöhnlich war, dass es oft schon vormittags angefangen hat zu regnen, was hier, wo wir nahe an der Pazifikküste sind eher selten vorkommt. Diese Woche hat es aber ein Atlantiktief bis zu uns nach Palmares geschafft, welches uns auch schon zu frühen Stunden mit dem feuchten Nass "beglückt" hat. Was an der Karibikküste - by the way - ganz normal ist.

Nach einer solchen Woche kam mir der heutige Tag richtig traumhaft vor… Beim Frühstück hatte ich noch die Befürchtung, ich würde ab 2 mich wieder 10 Minuten-weise im Labor verschanzen und so mit der Arbeit nicht wirklich weiterkommen. Aber zum Glück hat es sich ziemlich anders ergeben, was ich dem guten Wettergott zu danken weiß. Ab 10 hat es richtig aufgerissen und die starke Äquatorsonne hat mal wieder gezeigt was sie kann. Unter diesen Umständen hab ich mir sogar eine etwas ausgedehntere Mittagspause gegönnt, was eher ungewöhnlich ist. Mit frisch gemachter Limonade (Nagut einfach eine frisch gepflückte Limone in Wasser) und ein paar Kokoskeksen hab ich mich also in die Sonne gelegt und mir gedacht wieee schön es hier doch ist. Einer der ganz tollen Momente im Leben!

Auch wenn ich nicht direkt gearbeitet habe, hab ich die beiden freien Tage trotzdem gut genutzt. Am Mittwoch war ich in der Deutschen Botschaft und habe meinen neuen Reisepass beantragt, was erstaunlich unkompliziert war. Außerdem ist er wohl schon nächste Woche fertig, was mich dann doch ein bisschen überrascht. Und nachdem der Euro so sehr gefallen ist, war er sogar auch noch bezahlbar. Den Donnerstag hab ich dann damit verbracht, den neuen überdachten Vivero für den Schmetterlingsgarten zu designen. Das hat sehr alte Erinnerungen hervorgerufen, wie ich damals den Speicher mit Rhino entworfen habe. Nachdem ich hier nicht auf die Spezialprogramme vom LFL zugreifen kann, musste ich mich dieses Mal mit SketchUp von Google zufrieden geben. Ich glaube die Ergebnisse sind trotzdem annehmbar, auch wenn es für ein solches Projekt vielleicht ein bisschen übertrieben ist, aber die viele Zeit will ja totgeschlagen werden!


Nun gut, so langsam werdet ihr jetzt aber doch die Oberhand bekommen. Für's ganze Wochenende sind heftige Regengüsse angesagt… zum Glück bleibt's wenigstens warm. Ich hoffe, dass der Regen eine kleine Pause für unsere Messe am Sonntag macht, damit auch ordentlich Leute kommen.

Sonntag, 23. Mai 2010

Karaoke

Mal wieder ist eine ganz normale Woche rum. Jeden Tag geht's im Schmetterlingsgarten einen weiteren kleinen Schritt voran, falls wir zu zweit sind sogar auch mal einen Größeren. Bis ich mein Schätzchen abgeben muss, denke ich haben wir es recht gut rausgeputzt. Ein großes Projekt haben wir zum Abschluss auch noch, einen externen Vivero in dem die benötigten Blüten- und Wirtspflanzen gezogen werden. Da er zu diesem Zweck geschlossen sein muss, wird eine kleine Konstruktion nötig sein. Mein Plan wäre, damit anzufangen sobald der Janis angefangen hat zu arbeiten. Ich glaube es wäre ein toller Einstieg, gleich in den ersten Wochen etwas wirklich Sinnvolles mitgestalten zu können.

Der Vivero wird dann auch ein zentraler Baustein von Pamelas Bachelorarbeit werden, über die ich euch ein anderes Mal mehr berichte. Schade, dass ich nichtmehr da sein werde, wenn sie damit anfängt. Aber damit ist auch schon mal gesichert, dass das Mariposario nicht nur weiter betrieben, sondern auch wirklich genutzt wird.

Nach einer ganz normalen Woche, kam dann doch noch der gestrige Abend. Erst sind wir, was nicht weiter unüblich ist, auf ein paar Bier nach San Ramón gefahren. Nachdem uns aber nach einiger Zeit langweilig geworden ist, sind wir ins Piedras umgezogen. Das ist eine Karaokebar kurz hinter San Ramón, und auch wenn wir noch nie wirklich ein einer solchen waren, sind diese hier doch deutlich etablierter. Das Publikum ist relativ jung und in San José gibt's an jeder Ecke eine solche Kneipe für Möchtegern-Salseros.

Wirklich erstaunlich ist immer wieder, dass alle die ganzen Schnulzen kennen, meistens sogar auswendig. Ein Florian Silbereisen würde bei diesen Texten schon recht alt ausschauen und der gute Tobi Thalhammer (http://www.youtube.com/watch?v=yyRSy3FM01w) müsste wohl auch einstecken. Und trotzdem! In Spanisch werden solche Texte plötzlich erträglich, auch wenn ich sie ja mittlerweile ohne Probleme verstehe. Das liegt wahrscheinlich einfach daran, wie man mit der Sprache auch sonst umgeht. Wie schon ab und zu erwähnt, wird hier ja deutlich rosiger formuliert und im Schwärmen macht uns hier so schnell keiner was vor! Daher hören sich die Texte dann auch nichtmehr ganz so schnulzig an. Ich glaube, da wir alle recht begeistert waren, steht in Kürze mal wieder ein Besuch im "Las Piedras" an.

Dienstag, 18. Mai 2010

Der 18. / 9

Die Sprache:

Um auch mal wieder die deutsche Sprache ein bisschen zu üben, hab ich in meinem letzten Versorgungspaket "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak gefunden. Nachdem ich also die Welt ohne Ende fertig hatte, und mal wieder traurig war, dass es so schnell rumgegangen ist, hab ich mich nun in dieses Buch gestürzt. Von Anfang an hat's mir wirklich gut gefallen und so hab ich's quasi verschluckt. Wenn ich also nächste Woche vielleicht mal nach San José komme, muss ich mich dringend nach einem Nachfolger umschauen.

Die Arbeit:

Diesen Monat ist wirklich unglaublich viel gearbeitet worden. Über den Bau vom Bachlauf bzw. Brunnen hab ich ja ausführlich berichtet und der ist mittlerweile auch täglich im Einsatz. Die Reaktionen sind durchweg wirklich nett anzuschauen, schon beeindruckend was so ein bisschen laufendes Wasser in Menschen auslösen kann. Heute haben die Pamela und ich ein kleines Strategiemeeting abgehalten und einen Arbeitsplan für die nächsten Wochen erstellt. Am 30. Mai wird Freiluftmesse in Madre Verde stattfinden, dafür werden wir unser Projekt auf Hochglanz polieren! Details gibt's wie immer in den Beiträgen.

Das Reisen:

Da gibt's diesen Monat nichts zu berichten und auch für den nächsten Monat hab ich eigentlich nichts geplant. Werd einfach so lange es noch geht mit family und Freunden rumhängen und die letzten Monate genießen!

Sonntag, 16. Mai 2010

Dia Internacional

Über 20 Stände, viele Fahnen, Haufen von Essen, eine Menge Leute und ein Schuhplattler, oder einfach der "Dia Internacional" von ACI. Dieser hat, wie schon angekündigt, am Samstag in San Pedro direkt hinter der Uni stattgefunden. Nachdem alle Teams über die Woche sehr viel und hart gearbeitet haben, waren alle Präsentationen erstaunlich gut. Auch die Länder mit eher wenigen Freiwilligen wie Belgien oder Spanien hatten wirklich beeindruckende Stände.

Bei England fand jede Stunde ein Schichtwechsel der Guards mit Besuch der Queen statt, bei den Belgiern gab's eine bierpieselnde Bubenstatue und die Amerikaner hatten einen Kussstand. Zu essen oder trinken gab's eigentlich an so gut wie jedem Stand irgendetwas und so ist man aus dem Essen eigentlich kaum herausgekommen. Trotzdem war natürlich die deutsche Präsentation etwas Besonderes. Zweimal die Stunde ist unser ICE von München nach Frankfurt über Dresden, Berlin, Kiel und Köln abgefahren, jeweils natürlich mit nettem Bahnpersonal das zu jeder Station Infos zur Verfügung gestellt hat. Auch die Auftritte mit Livemusik waren ein wahnsinniger Besuchermagnet und ab und zu kam richtig Stimmung auf.

An Aufmerksamkeit fehlte es auch mir kein bisschen, ich glaub so viele Fotos wie am Samstag wurden von mir seit Jugend Forscht nicht mehr gemacht. Nachdem ich die beiden kurzen Schuhplattler einigermaßen drauf hatte, hab ich mich natürlich vom Lachkonzert, das ich ja schon erwartet hatte, nicht ablenken lassen. Auch das Kamerateam vom Canal 6 hat mich ein bisschen gefilmt und die Pilar hat den Beitrag sogar direkt in den Nachrichten gesehen. Auch wenn ich bloß ein paar Sekunden auftauche, werde ich mich natürlich bemühen den Beitrag irgendwoher zu bekommen.

Obwohl ich bei jedem Auftritt immer erzält habe, dass ich durchaus öfters mal Tracht trage und ich mich sehr wohl darin fühl, hat einer der Engländer, der einen der Guards gespielt hat, danach zu mir gemeint: "Endlich sind wir aus den Verkleidungen raus". Da ist mir schon mal aufgefallen, was für ein hohes Gut eine – noch?, oder eher wieder? – so lebendige Tracht ist. Selbst bei den Deutschen waren viele sehr erstaunt, dass ich überhaupt eine Lederhos'n einfach so zuhause hab.

Auch wenn ich zur Preisverteilung schon im Bus nach Palmares gesessen bin, glaub ich doch, dass ich einen gewissen Beitrag zu unserem Erfolg geleistet hab. Deutschland hat sich dieses Jahr nämlich wieder den ersten Platz gesichert, nachdem das letztjährige Team diesen leider Abgeben hat müssen. Bilder hab ich selbst zwar keine gemacht, ich werd aber eine kleine Zusammenstellung aus den Facebookbildern der anderen für euch machen.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Vorbereitungen für den Dia Internacional

Diesen Samstag findet in San Pedro der Dia Internacional von ACI statt, bei dem sich jedes Land mit einem Stand, wie bei einer Art Messe, vorstellt. Nachdem die deutsche Gruppe ja recht groß ist, müssen wir natürlich auch die eindrucksvollste Präsentation auf die Beine stellen. Unser Stand steht unter dem Thema Zug und stellt einen begehbaren ICE-Wagon dar. Das kann man sich sicherlich nicht vernünftig vorstellen… aber keine Angst, am Samstag mach ich Fotos.

Nebenbei haben wir noch einen kleinen Musikact mit Liedern von Clueso, Wir sind Helden und natürlich Nena und ich übe seit ein paar Tagen einen kleinen Schuhplattler ein. Als einziger Bayer unter den Deutschen, setze ich mich natürlich nach Kräften dafür ein, dass unser schönes Bundesland auch gewürdigt wird. Ich werde also am Samstag sicherlich ein paar Lacher einfahren mit meiner Performance in Tracht, damit aber doch hoffentlich zum Sieg der deutschen Mannschaft im Wettbewerb um die beste Präsentation beitragen.

Nachdem damit mein Beitrag ja schon recht feste definiert war und ich schon etwas Zeit investiert habe, hab ich mich entschieden diese Woche nicht jeden Tag nach San José zu fahren, um beim Standbau zu helfen. Am Montag war ich also zum obligatorischen Treffen bei ACI in Guadalupe und hab danach ein bisschen beim Anmalen geholfen. Ja, man wird's kaum glauben, aber ich hab schon wieder mal meine neu entdeckte kreative Ader ausgelebt.

Am Dienstag hab ich mich meinen Schmetterlingen, und deren Nachwuchs, gewidmet und ein paar der gekauften Pflanzen endlich an ihrem vorbestimmten Platz eingesetzt. Zwar hat es die letzte Woche nicht sehr viel geregnet, die Blumen werden aber doch recht schnell angehen, weil der Boden schon recht feucht ist. So hoffe ich also, innerhalb von einem Monat ein paar neue Bilder präsentieren zu können, bei dem der ganze Schmetterlingsgarten floriert. Außerdem sind wir im Moment mit einer Dame im Kontakt, die Schmetterlinge züchtet und auch Puppen zum Verkauf produziert, die sicherlich noch ein paar heiße Tipps für uns auf Lager hat. Weder die Begeisterung noch die Arbeit gehen also zurück!

Um das Team ein bisschen mit meinen praktischen Fähigkeiten zu unterstützen, bin ich dann heute nochmal nach San José gefahren. Eigentlich finde ich die Busfahrten in diesen engen Busen ja eher schwer zu ertragen, aber mit meinem neuen Buch, bekomme ich von der Fahrt sowieso nicht viel mit. "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak hat mich wirklich recht gefesselt und ist eines von den Büchern die einfach immer zu schnell zu Ende gehen.

Samstag, 8. Mai 2010

Machtübergabe

Heute, am 8. Mai und drei Monate nach der Wahl, hat die neue Präsidentin Laura Chinchilla die Macht übernommen. Zu diesem Anlass wurde ein riesiger Staatsakt im Zentralpark von San José zelebriert, bei dem sogar die Fabi mit der Banda aufgetreten ist. Ab Montag übernimmt also das neue Parlament und die neue Regierung die Macht im Abgeordnetenhaus neben dem Nationalmuseum in San José. Auch wenn die Laura ja aus der gleichen Partei kommt wie ihr Vorgänger Oscar Arias, hat sie ihn doch in vergangenen Interviews öfters recht stark kritisiert und klar gemacht, dass sie einen anderen Weg gehen will. Schon im Wahlkampf hat sie als ihr Hauptziel ausgewiesen die Kriminalität unter Kontrolle zu bringen. Das hat sie zwar auch heute in der ersten Regierungserklärung wieder bekräftigt, aber konkrete Maßnahmen, wie sie dieses Ziel erreichen will, hat sie auch bei dieser Gelegenheit wieder nicht erwähnt.

Beim Geburtstagsfest von der Isabel, der Freundin vom Can, war dann die Politik selbst auch nicht wirklich ein Gesprächsthema. In erster Linie wurde viel mehr über das Auftreten und Ausschauen der teilnehmenden Persönlichkeiten diskutiert. Ein Thema war natürlich das Outfit und die Frisur von der neuen Präsidentin, worüber ich mich, auch wenn ich es nicht für relevant halte, nicht beschweren kann. Schließlich waren die Zeitungen am Anfang ihrer Amtszeit auch von Outfit und Frisurtipps für Frau Merkel gefüllt. Wie gesagt halte ich's für irrelevant, aber ich sehe da bei Doña Laura deutlich weniger Verbesserungsbedarf als bei unserer Bundeskanzlerin in ihrer Anfangsphase.


Der andere große Aufreger war der Anzug und die langen Haare des neuen Ministers für Kultur in der Regierung Chinchilla. Die schulterlangen grauen Haare wären an sich vielleicht noch kein großen Problem gewesen. Die cowboyartigen Verzierungen auf seinem Sacko provozierten aber doch recht schockierte Reaktionen bei Carlos & Co. Vielleicht machen die Ticos ja in den nächsten vier Jahren eine ähnliche Erfahrung wie die Deutschen damals mit unserem Turnschuh-Joschka.

Über die nächsten Monate wird es sicher interessant zu sehen, wie gut die neue Regierung es schafft, ihre Ziele umzusetzen.

Dienstag, 4. Mai 2010

Der Bachlauf 2

Im letzen Beitrag hab ich ja schon den Anfang der Arbeiten an meinem Bachlauf im Schmetterlingsgarten gezeigt. Heute bin ich mit dem zweiten Teil fertig geworden und so fehlt jetzt bloß noch der Anschluss der Pumpe. Eigentlich schaut es gar nicht nach so viel Material aus, aber wenn man das alles Schubkarre für Schubkarre und Eimer für Eimer ranschaffen muss, ist es schon ein Haufen. Mein Kreuz und meine Knie beschweren sich heute Abend auch schon ein bisschen, deshalb werd ich morgen eher einen ruhigen Tag einschieben müssen…

Auch den zweiten Teil hab ich ähnlich gebaut wie den ersten, nur dass ich mich entschieden hab, die Rückseite als Erdhaufen zu gestalten. Da der Teil nicht im Becken steht, besteht nicht die Gefahr, dass die Erde ins zirkulierende Wasser gelangt. Auf den Hügel will ich Blumen pflanzen, die sollten aber natürlich recht erdnah blühen… mal schauen ob ich da was Passendes finde!


Das oberste Becken ist wirklich schön und vor allem tief geworden und auch die "Wasserfontäne" gefällt mir so wirklich gut.


Das Ganze hat also eine gute Woche gedauert und ich bin schon recht stolz auf das Ergebnis, mal schauen was die Arelis dazu sagen wird…

Freitag, 30. April 2010

Der Bachlauf

Wie schon im letzten Beitrag gesagt, halte ich mich nicht gerade für begabt, was die Umsetzung kreativer Projekte angeht. Diese Woche hab ich mich aber wieder an einem solchen versucht. Auch dieses Mal bin ich wieder recht erstaunt vom Ergebnis, auch wenn es noch nicht ganz fertig ist. Bis ich das finale Ergebnis vorstellen kann, hab ich mir gedacht es wäre interessant, wenn ich den ganzen Ablauf schildere.

Natürlich musste ich bei der Umsetzung ein bisschen kreativ werden, professionelles Material hab ich nämlich selbstverständlich nicht zur Verfügung gehabt. Angefangen hab ich also mit einem recht simplen Grundgerüst, welches die grundlegende Struktur vorgibt. Benutzt hab ich einfach Holzreste die wir noch im Schuppen rumliegen hatten.


Als nächstes hab ich kleine "Behälter" mit Plastikfolie gemacht, die als kleine Becken dienen.

Die Grundstruktur war damit also fertig und es ging an den ästhetischen Teil.

 
Als Base hab ich ein paar Schubkarrenladungen vom Kies genommen haben, der noch vom Hausbau am Eingang von Madre Verde übrig ist. Den musste ich allerdings erst einmal die 300 Meter bergauf schaffen, was mal wieder eine der richtig schweißtreibenden Arbeiten war.

Aber es war auch jeden Fall sinnvoller, als das ganze Material aus dem Fluss heranzuschaffen. Das hab ich dann nämlich für die oberste Schicht gemacht, damit die ganze Angelegenheit möglichst natürlich aussieht.

Bisher ist das denke ich auch ganz gut gelungen und sobald ich das Projekt nächste Woche fertig habe, gibt's nochmal neue Fotos!

Montag, 26. April 2010

Feria ambiental

Nachdem wir am Donnerstag einen Haufen Plastikblumen gemacht haben, haben wir versucht sie am Samstagvormittag bei der "feria ambiental" loszuwerden. Jeder der etwas gespendet hat, durfte sich eine Blume seine Wahl mitnehmen. Natürlich gab's einen kleinen Wettkampf um die Beliebtheit der jeweiligen "Künstler", aber am Ende konnten wir keinen klaren Gewinner ausmachen. Das Wetter war wirklich super und ich konnte auch ein Madre Verde Banner ergattern, das mir wirklich gefallen hat. Vielleicht find ich irgendwann einen guten Platz dafür.

Sonst war der Vormittag recht nett und nachdem auch die Junta Directiva da war, konnten wir ein paar Projekte besprechen. So musste ich leider erfahren, dass die 18 Studenten aus Georgia abgesagt haben, was die Reparatur der Wege wohl erst mal verzögert. Vielleicht packen wir's an, sobald der Janis ankommt. Der Macht ab Juli seinen Weltwärtsdienst hier und kommt mit AFS.

Am Sonntag war dann die obligatorische Partie fútbolcinco angesagt, die mein Team, ich glaub zum ersten Mal seit ich da bin, gewonnen hat. Nachmittags haben wir das Spiel der Liga beim Allen angeschaut und sind danach noch was essen gegangen. Einer der ruhigen Sonntage also.

Heute hatten wir uns vorgenommen nach Atenas in einen Vivero zu fahren, um ein paar Pflanzen zu kaufen die nicht so einfach in "freier Wildbahn" zu bekommen sind. Da ich den Bachlauf aber, falls möglich, diese Woche fertig machen will, bin ich vormittags auf zwei Stunden nach Madre Verde marschiert. Eigentlich geht's auch ganz gut voran, da ich aber am Mittwoch nach San José zur Semana U fahr, könnt's trotzdem knapp werden. Bei der Semana U sind auf dem ganzen Campus der Universidad de Costa Rica Konzerte und Veranstaltungen und der Mario hat mich eingeladen.

Um 2 haben wir dann aber doch den Bus in Richtung Atenas genommen und sind auf halbem Weg in Morazan ausgestiegen. Nach einem Besuch bei Pamelas Familie, sind wir mit ihrem Vater zum Vivero gefahren. Der war, von zwei Brüdern geführt, wirklich sehr nett und wir haben so gut wie alles bekommen, was wir gesucht haben. Auf dem Rückweg haben wir die Pflanzen gleich noch am Schmetterlingsgarten abgeliefert.

So schnell sind wir allerdings nicht wieder weggekommen, weil sich das Auto beim Umkehren im Wasserlauf versenkt hat. Eigentlich hat der Wagen zwar Allradantrieb, aber der wollte nicht anspringen. So haben wir also eine knappe Stunde gezogen, geschoben und gerüttelt, bis klar war das wir ihn nicht freibekommen würden. Zum Glück kennt man ja so seine Leute und so hab ich den Sohn vom Albaro angerufen, in der Hoffnung er könnte vielleicht den Vierrad zum Laufen bringen. Der hat dann auch sein ganzes Fachwissen ausgepackt und so haben wir's um kurz nach 8 doch noch geschafft.

Donnerstag, 22. April 2010

Plastikblumen

Eigentlich bin ich ja kein Fan von wiederverwendeten Autoreifen oder Monitoren als Blumenvase, aber heute hab ich mich doch mal auf eine solche Aktion einlassen müssen. Nachdem ich schon die letzten Tage mit dem Bau eines kleinen Brückchens (Bild) kreativ geworden bin, haben wir heute Flaschenblumen für eine Aktion am Samstag gebastelt.

Normalerweise finde ich solche gezwungenen Recyclingaktionen immer etwas peinlich und die Ergebnisse ziemlich schrecklich. Nachdem die Arelis aber ein Weilchen auf mich eingeredet hatte, hab ich mich aber doch dazu bereiterklärt zu helfen. Da wir erst Nachmittags angefangen haben, hatte ich endlich Zeit zum Friseur zu gehen und ich bin sehr froh, dass ich endlich meinen Helm los bin. Bei der Hitze die hier die letzten Wochen herrscht war das kaum mehr auszuhalten.

Gemacht haben wir die Kunstwerke bei einer Freundin von der Arelis, die ohne dass ich sie gekannt hätte schon vor ein paar Wochen in Madre Verde war, mit Mutter und deren amerikanischem Freund. Nachdem auch die Pamela dabei war, die uns mit ihren Blumen übrigens alle in den Schatten gestellt hat, waren wir also zu viert. Über die Blumen erzähl ich am besten garnicht weiter viel, sondern mache am Samstag einfach ein paar Fotos. Ich will aber sagen, dass ich sehr erstaunt bin, wie gut sogar meine Exemplare geworden sind, obwohl ich mich ja für kein bisschen künstlerisch begabt halte.

Morgen geht's dann wieder nach Madre Verde rauf und vielleicht ist sogar schon der erste Schmetterling geschlüpft, zumindest hätte er Morgen Termin. Sonst bin ich nach der Brücke im Moment an einem kleinen Bauchlauf, um die neue Wasserpumpe auch vernünftig in Szene zu setzen. Es ist schon toll, wenn man seine Ideen so frei umsetzen kann und auch noch die Zeit dazu hat. Das hab ich sicherlich auch zu großen Teilen der Arelis und dem Albaro zu verdanken, die mir sehr viel freie Hand bei der Arbeit lassen.

Mittlerweile bin ich sogar mit dem nächsten Glücklichen in Verbindung, der in diesem tollen Projekt arbeiten darf. Er kommt zwar nicht mit ICJA oder ACI, dafür aber schon im Juli, so dass ich ihn wohl sogar noch ein bisschen einarbeiten kann. Gespannt bin ich ja, ob ACI auch noch einen Freiwilligen nach Madre Verde schicken wird, mit zwei Langzeitfreiwilligen könnte man nämlich einen ganzen Haufen weitere Projekte umsetzen. Ich freue mich auf jeden Fall sehr, dass die Fortführung meiner Arbeit mittlerweile gesichert ist.

Sonntag, 18. April 2010

Der 18. / 8

Diesen Monat hätte ich's wirklich fast nicht mitbekommen, dass schon wieder der 18. ist. Naja ein kleiner Kommentar von der Regina(andere Frewillige aus Escazú) bei Facebook hat mich gerettet! Hier also doch noch termingerecht der fällige Monatsbericht.

Die Sprache:

"Un Mundo Sin Fin" neigt sich mittlerweile schon dem Ende zu, da ich schon auf Seite 950 von 1200 bin wird es keine 3 Wochen mehr halten. Der Nachfolger wird dann wieder deutsch sein, auch wenn das auf die Lesegeschwindigeit keinen wirklichen Einfluss mehr hat.

Mittlerweile vergesse ich sehr schnell ob ich etwas, einen Zeitungsbericht etc., auf Spanisch oder auf Deutsch gehört/gelesen habe. Das macht natürlich ab und zu Probleme wenn man irgendjemandem einen Artikel zeigen will und erst im letzten Moment merkt, dass man ihn auf Spanisch gefunden hat. Zeigt aber auch wie lässig mir das Lesen und Verstehen schon von der Hand geht.

Die Arbeit:

Den letzten Monat haben wir uns, zu meiner Freude, sehr stark auf den Schmetterlingsgarten konzentrieren können. Außer in der Osterwoche, in der wir Spenden gesammelt haben, ging jeden Tag einiges voran. Im Moment haben wir drei Raupen und eine Puppe im Labor. Das mag sich nicht gerade viel anhören, aber nachdem wir schon lange darauf gewartet haben, freuen wir uns sehr über diesen Erfolg. Auch für die nächsten Wochen haben wir einige größere Projekte fürs Marisposario , wie den Brunnen aktivieren, den Weg fertigmachen und wenn die Regensaison anfängt wird gepflanzt.

Sonst stehen natürlich noch die Schulbesuche aus, aber wer weiß wann da alle organisatorischen Hürden genommen sind…

Das Reisen:

Mit Malpais konnte ich diesen Monat mal wieder einen Ort abhaken den ich noch sehen wollte. Der Tortuguerotrip hingegen war, bis auf die Schildkrötensichtung, nicht gerade spannend und auch recht verregnet.

Donnerstag, 15. April 2010

Nr. 100: Zwischenbericht

Als 100. Blogbeitrag gibt's heute meinen "etwas" verspäteten Zwischenbericht:

"Madre Verde", so würde mein Projekt also heißen und auch wenn die Infos erst knappe zwei Wochen vor Abflug kamen, hab ich mich Jahres sehr gefreut endlich etwas über das Projekt in dem ich arbeiten würde zu erfahren. Die Infos waren zwar nicht gerade ausführlich aber zumindest war klar, dass ich ein ökologisches Projekt bekommen habe, was ich sehr gehofft hatte. Die ersten Mails zwischen meinem Gastvater, dem Carlos, und mir waren schon geschrieben und so nahmen die Erwartungen an die vorausstehende Erfahrung immer deutlichere Formen an.

Die größte Hoffnung war selbstverständlich, mit der Gastfamilie gut zu Recht zu kommen. Da ich mich selbst als eher unkompliziert und recht flexibel ansehe, hatte ich da aber keine wirklich großen Bedenken, auch wenn eine Grundnervosität unzweifelhaft zu spüren war. Skeptischer war ich da schon was die Erwartungen an "Madre Verde" anging. In aller erster Linie war mir natürlich wichtig, viele abwechslungsreiche und auch eigenständige Arbeit machen zu können. Wenn man als erster Freiwilliger in das Projekt kommen soll, das schon seit zehn Jahren läuft, fragt man sich ob die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Arbeiten überhaupt gegeben sind. Ganz persönlich musste ich natürlich auch fürchten, dass mein Perfektionismus mir bei der lateinamerikanischen Mentalität im Weg stehen würde.

Seit nun fast acht Monaten bin ich hier in Palmares und "Madre Verde" kenn ich mittlerweile wie meine eigene Hosentasche. Alle Befürchtungen die ich am Anfang vielleicht noch hatte, haben sich mittlerweile komplett zerstreut und ich schaue mit einem etwas mulmigen Gefühl in Richtung August.

Der wichtigste Faktor, die Familie, war der absolute Glücksgriff. Ich genieße es sehr in einer so großen Familie zu leben und jedes einzige Familienmitglied ist mir sehr stark ans Herz gewachsen. Eine ganz große Bereicherung für das Verhältnis auch zwischen den Familien war sicherlich der Besuch meiner costa-ricanischen Familie in München. Meine beiden Familien, wie ich sie mittlerweile nenne, haben sich super verstanden und weitere Besuche sowohl hier in Costa Rica als auch wieder in München sind schon in Planung. Mein Freundeskreis hier im Ort ist wirklich toll und mittlerweile sehr gefestigt, es gibt für jedes Problem einen Ansprechpartner und auch bei der wöchentlichen Partie Soccerfive am Sonntag kann ich mittlerweile einigermaßen mithalten. Ich hab dann auch vor ein paar Monaten aufgehört von meinem Heimflug bzw. meiner Heimat zu sprechen und wenn ich von meiner Familie rede, dann meine ich vier Eltern und sieben Geschwister. Auch wenn das bei Erzählungen manchmal zu Verwirrung führt, ist mir sehr wichtig zu zeigen, dass ich mich hier mittlerweile "heimisch" fühle und wie ein Teil der Familie.

Auch wenn das jetzt vielleicht ein bisschen langweilig klingen mag, auch bei der Arbeit in Madre Verde läuft alles sehr gut. Am Anfang musste ich mich erst einmal ein bisschen einfinden und die Leute und das Gelände kennenlernen. Mittlerweile hab ich aber mit dem Schmetterlingsgarten ein eigenes Projekt, einen eigenen kleinen Etat und das volle Vertrauen von Chefin und Mitarbeiter/innen. Gerade heute hat sich die erste Raupe von einem unserer "Impfschmetterlinge" verpuppt. Es besteht also die Hoffnung, innerhalb von zehn Tagen den ersten Schmetterling beim Schlüpfen zu bewundern, dessen Ei im Schmetterlingsgarten gelegt wurde. Ich denke schon an der Begeisterung mit der ich das erzähle sieht man, mit wie viel Herzblut und Motivation ich bei der Sache bin. Eine Aufgabe die zwar bloß ab und zu ansteht, auf die ich mich aber immer umso mehr freue, sind die Besuche von den örtlichen Schulen. Die Kids in der Natur zu erleben und ihnen etwas über Deutschland und unsere Bemühungen im Umweltschutz erzählen zu können macht immer sehr viel Spaß. Neben diesen Aufgaben gibt es natürlich noch viele weitere in einem solchen Projekt, wie die Wege freizuhalten, Schilder zu malen oder die seltenen Touristen durchs Reservat zu führen.

Auch wenn schon alles sehr gut läuft, gibt es für die Zeit die mir noch bleibt noch ein paar größere Projekte: es steht noch die Übersetzung der Homepage an, die leider immer noch nur auf Spanisch online ist, ich will Morphos in den Schmetterlingsgarten einsetzen und eine Anleitung für den nächsten Freiwilligen schreiben. Die Aufgaben gehen also nicht aus und ich bin sehr motiviert für die verbleibende Zeit.

Nachdem ich sehr glücklich bin mit meiner Erfahrung, hab ich seit meiner Ankunft von ICJA eigentlich nicht viel gehört. Die organisatorischen Fragen die noch zu klären waren, wurden zuverlässig gelöst und die Betreuung hat ACI übernommen. Die Seminare die wir hier mit unserer costa-ricanischen Organisation machen, übertreffen die ICJA-Seminare in Sachen Produktivität und Mehrwert deutlich. Bei den Seminaren in Lenzkirch-Kappel und Berlin waren, aus meiner Sicht, die Vorträge teilweise zu extrem bzw. unangemessen. Hier wird das komplette Seminar von den Mitarbeitern von ACI abgehalten und die Stimmung ist sehr produktiv. Aber vielleicht hat ICJA ja mittlerweile ein bisschen aus unserer Kritik von letztem Jahr gelernt und das Seminar im August wird ähnlich gut wie hier in Esparza.

Obwohl ich schon im Sommer ´08 die Möglichkeit hatte Costa Rica kennenzulernen, hatte ich in diesen acht Monaten die Chance das Land aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten. Eigentlich war ich schon vor meiner Ankunft hier recht gut informiert und hatte auch schon vieles gesehen, so dass sich meine Meinung über das Land nicht Grundlegend geändert hat. Die Rolle die es in meinem Leben spielt, hat sich aber sehr wohl verändert. Wie schon gesagt fühl ich mich wie in einer zweiten Heimat und auch die Leute fragen oft ob man hier fest lebt, weil man schon einen so starken und charakteristischen Dialekt spricht.

Ein durchweg positiver Zwischenbericht also und ich hoffe, dass ich auch den Abschlussbericht in einem ähnlichen Stil schreiben kann.

Montag, 12. April 2010

La Baula

Die Baulas, trotz einem recht putzigen Namen ganzschöne Giganten. Aber von vorne…

Nach einen Freitag im Matsch, ich hab endlich den Weg im Schmetterlingsgarten in Angriff genommen, hab ich den Samstag zur Erholung genutzt. Abends waren wir beim Andrés eingeladen, wo wir ein bisschen seinen Geburtstag gefeiert haben. Die wohnen ein bisschen am Berg in der Nähe von Madre Verde, allerdings an der anderen Flanke vom Berg und haben so einen tollen Blick auf San José. Ich war aber ganz froh, dass wir relativ früh heim sind, weil ich mit der Nela für Sonntag ausgemacht hatte, nach Tortuguero zu fahren. Auch wenn ich Tortuguero schon kenne, hatte ich mir ja beim letzten Trip mit den pensionierten Lehrern vorgenommen, nochmal hinzufahren.

Am Sonntag saß ich also um 7 im recht lehren Bus nach Chepe (San José)… Schon nach circa einer halben Stunde nach der Abfahrt aus San José, hat es angefangen ordentlich zu schütten. Eigentlich nichts besonderes, weil an der Karibikküste die Regenzeit schon seit ein paar Monaten angefangen hat, ich hatte aber doch auf ein bisschen Glück mit dem Wetter gehofft. Angekommen in Cariri, von wo die Busse nach Pavona abfahren, hat es dann auch kurz aufgehört zu regnen, bis wir im nächsten Bus saßen der uns zur Bootsanlegestelle nach Tortuguero gebracht hat. Nachdem es die letzte Woche wohl schon recht heftige Regenfälle gab, war die Kiesstraße nicht im besten Zustand, der Fluß hatte aber dafür ordentlich Wasser, was das Vorankommen leichter macht. Während der Bootsfahrt hat es dann auch bloß zwei kleinere Schauer getan, die wir dank Dach einigermaßen unbeschadet überstanden haben.

In Tortuguero angekommen hat mich gleich wieder der einzigartige Flair überrascht, den das Dorf trotz den vielen Touristen immernoch ausstrahlt. Dieses Mal hatten wir das billigste Zimmer das ich bisher hier in Costa Rica hatte… und es war mit seinen 14$ für zwei bei Leibe nicht das schlechteste. Sauber, mit eigenem Bad und heißem Wasser. Trotz noch Hauptreisesaison im Rest Costa Ricas waren die Hotels relativ leer - Tortuguero lebt sehr stark vom Schildkrötentourismus und die haben ihre Saison eher zwischen September und November. Allerdings hat zurzeit immerhin die Baula (Lederschildkröte) Saison und kommt zum Eierlegen an die Strände von Costa Rica. Während aber jedes Jahr etwa 15.000 "grüne" Schildkröten an die Strände kommen um ihre Eier loszuwerden, sind es bei den Lederexemplaren nur 800, was die Sichtung recht selten macht. Wir haben uns natürlich trotzdem für eine Tour, zum Glück fast zum Ticopreis, angemeldet.

Die Lederschildkröte (Wikipedialink) ist zum auch im Vergleich zu den recht großen "grünen" Schildkröten, also solchen mit Plattenpanzer, ein ziemlicher Gigant. Wir hatten dann auch das Glück die einzige Gruppe in der Woche zu sein, die ein solchen Exemplar zu Gesicht bekam.

Nachdem das Wetter uns wirklich nicht gnädig gestimmt war, sind wir heute nach einem Spaziergang im Nationalpark, der mich nicht wirklich beeindruckt hat, wieder nach Hause gefahren. Ich bin schon froh, meine Raupen nicht so lange allein lassen zu müssen und mich morgen wieder um sie kümmern zu können!

Donnerstag, 8. April 2010

Fortschritte im Mariposario

Anfang dieser Woche hat mich eine kleine Erkältung erwischt, so dass ich nicht so "durchpowern" konnte wie ich gerne hätte. In den letzten Wochen hat der Schmetterlingsgarten aber doch einige Fortschritte gemacht, die ich euch natürlich nicht vorenthalten will. Mittlerweile sind alle Bäume bzw. Bäumchen die wir bei der ersten Säuberung, vor allem aus Unwissenheit, verschont haben draußen. Die Putzaktion für den Brunnen und den Ablauf hat bei meiner Erkältung sicher nicht gerade weitergeholfen, hat sich aber sehr gelohnt. Mittlerweile schaut alles sehr geordnet und organisiert aus. Auch neue Anschlüsse für die Schläuche hab ich gekauft und installiert, das Tropfen an allen Ecken und Enden ist also auch eingedämmt. Ein paar Pflanzen haben ihre Plätze gewechselt um die perfekte Portion Sonne bzw. Wasser von der Sprenkelanlage zu bekommen und heute hab ich angefangen den Kiesweg von Erde zu befreien.

Seit Wochen fragen wir uns ja, warum die Schmetterlinge zwar fleißig Eier legen, die Larven aber offensichtlich ausbleiben. Die geringe Schlüpfrate kann sicherlich von der noch recht hohen Zahl von Spinnen im Schmetterlingsgarten herrühren, aber das wir gar keine Larven zu Gesicht bekommen haben fand ich schon ein bisschen komisch. Vor einer guten Woche hab ich dann nochmal ein Männchen eingefangen und eingesetzt… und siehe da! Gestern hab ich zwei Larven, eine mit etwa 1 Woche die andere frisch geschlüpft ins Labor versetzt. Ob es daran lag, dass unser bisheriges Männchen nicht potent war, einfach nicht wollte oder einfach nur Zufall war, kann ich nicht sagen. Trotzdem freu ich mich aber über einen Erfolg auf den ich schon seit fast zwei Monaten warte.

Auch wenn die Arelis den Schmetterlingsgarten so schnell wie möglich in voller Funktionalität sehen will, freue ich mich schon sehr auf die Schulbesuche. Wie auch letztes Jahr im Oktober und November werden wieder Kinder aller Schulen kommen, um sich ihre gepflanzten Bäume anzuschauen und ein bisschen zu marschieren. Dieses Jahr können sie dann auch schon ein bisschen Aktion im Schmetterlingsgarten sehen, was sie sicherlich ziemlich begeistern wird.

Sonntag, 4. April 2010

Ostern

Während in Deutschland morgen noch Feiertag ist, hat die Semana Santa hier schon ihr Ende gefunden. Viel ist eigentlich nicht passiert, aber zumindest das wollte ich euch wissen lassen. Am Donnerstag und am Freitag waren jeweils Umzüge, bei denen Jesus Weg zur Kreuzigung nachgestellt wurde. Die Prozessionen waren eigentlich ganz nett gespielt, mit Soldaten, Peitschern und einem Jesus mit Kreuz. Am Samstag gab's dann eine dreistündige Messe, zu der aber bloß Fabi und Pilar gegangen sind. Das ist im Vergleich zu den sonst eher sehr kurzen Gottesdiensten wirklich ein Haufen und die Fabi sagt seitdem, dass sie jetzt nie mehr in die Kirche gehen braucht.

Für unseren Eiersuchbrauch wurd ich ziemlich ausgelacht, davon hat man hier noch nie was gehört und einen Ersatz gibt's auch nicht. Während in Deutschland Tanzverbot herrscht, darf hier am Do und Freitag kein Geschäft aufmachen, in dem Alkohol verkauft wird. Auch die Restaurants und Bars in denen man ein Bier bestellen kann, bleiben an den beiden Feiertagen geschlossen und der Freitag ist einer der ganz wenigen Tagen, an denen sogar der Supermarkt geschlossen bleibt. Trotz fehlendem Eiersuchen, war es doch eine sehr nette Woche.

Schon seit letztem Wochenende waren Jose-Fabian und Sophia im Haus, was Aktion garantiert. Am Samstag waren wir alle zusammen im Schwimmbad und die Sophia hat sich, natürlich mit mir zusammen, die Rutsche runter getraut. Nach dem ersten Mal war sie dann kaum mehr zu stoppen und es war nicht ganz einfach sie zum Gehen zu überreden. Nachdem nachmittags dann auch noch Christina und Marco eingetrudelt sind, war das Haus endgültig voll. In diesen Momenten bin ich schon immer ein bisschen froh, dass ich ein eigenes Zimmer hab. Aber es ist immer sehr cool wenn das Haus so überquillt, weil langweilig kann einem dann wirklich nie werden.

Zum Schreiben vom Blogeintrag bin ich so natürlich nicht rechtzeitig gekommen und auch ein paar andere Projekte die ich mir eigentlich für dieses Wochenende vorgenommen hab, sind natürlich auch liegen geblieben. Hoffentlich find ich diese Woche ein bisschen Zeit dafür.

Heute war dann noch der Clasico angesagt, Die Liga aus Alajuela gegen Saprisista mit Stadium in Tibás. Ist immer das wichtigste Spiel der Saison und dieses Mal hat es unser Verein, die Liga, zu einem 1:0 Sieg gebracht. Auch wenn ich immer wieder betonen muss wie schlecht die Spiele hier selbst in der ersten Liga sind, war's heute wirklich sehenswert. Mitte der zweiten Halbzeit haben ein paar Fans hinter der Banda ein regelrechtes Feuer entzündet und das hat für einige Aufregung gesorgt. Aber da war ich dann schon fast ein bisschen froh, dass ich Cans Einladung mit ins Stadium zu gehen nicht gefolgt bin, auch wenn ihm nichts passiert ist.

Morgen fängt hoffentlich eine Arbeitsreiche Woche an, es gibt nämlich, wie eigentlich immer, einen Haufen zu tun!

Mittwoch, 31. März 2010

Malpais

Tamarindo, Play Portero, Puerto Viejo, Bahía Drake usw. mittlerweile hab ich ja wirklich schon einen ganzen Haufen gesehen hier. Natürlich bleiben immer noch ein Haufen Sachen, von denen einem alle vorschwärmen, für Nr die man aber noch keine Zeit gefunden hat. Einen solchen Ort hab Ischl mir die letzten Tage mit der Nela angeschaut.

Nachdem am Freitag die Anlegestelle in Paquera gerade neu gemacht wurde, mussten wir von Puntarenas aus über Playa Naranjo nach Malpais/Santa Teresa fahren. Bei den "guten" Straßen auf der Nicoya Halbinsel, waren wir gute neun Stunden unterwegs. Zum Glück geht der Gesprächsstoff ja so schnell nicht aus, wenn zwei Skilehrer aus der gleichen Skischule unterwegs sind. Nach der Busfahrt war ich dann also, da ist die Nela wirklich unschlagbar, über alle Geschichterl bei Joker auf dem neuesten Stand.

Nach einer Nacht in der Hängematte, im Hostel war bloß noch ein Bett frei, ham wir eine Strandwanderung bis zum Cabo Verde Nationalpark gemacht. In dem waren wir zwar letztes Jahr auch schon, allerdings von der anderen Seite und so hab ich den mittlerweile auch fast komplett gesehen. Man muss allerdings zugeben, dass die Wälder in Küstennähe während der Regenzeit sehr viel schöner sind. Nachdem dort sicherlich seit November oder Dezember kein nennenswerter Regen mehr gefallen ist, schaut alles schon sehr vertrocknet aus. Der Strand, und vor allem das Wetter, waren aber ein Traum und so kann man über das fehlende Grün hinweg sehen.

Der Ort selbst ist absolut in Surferhand, im Hostel gibt es einen Rabatt, wenn man über 30 Tage bleibt und auch das Bild am Strand bestimmen Surfbretter. Trotzdessen oder vielleicht gerade deswegen fühlt sich der Ort nicht allzu touristisch an, immerhin sind schon alle braungebrannt.

Ich wäre auch ncoh ein paar Tage dort geblieben, aber nachdem die Nela noch ein bisschen was sehen wollte, sind wir doch ncoh auf einen Sprung nach Montezuma rübergefahren. Diesesmal haben wir dann sogar den Lukas getroffen, den wir ja letztes Mal verpasst hatten.

Bei der Rückfahrt war zwar dann der Steg in Paquera schon repariert, dafür ist aber eine Fähre nicht gefahren. Im Endeffekt haben wir also wieder über neun Stunden gebraucht. Auch wenn wie diesesmal weniger im Bus gesessen sind, macht das bei diesen Bussen einfach nicht wirklich Spaß...

Naja jetzt sind wohl erst mal noch ein paar Tage Arbeit angesagt. Im Moment Hock ich am Eingang von Madre Verde und sammel freiwillige Beiträge ein. Wenn's heute gut läuft werden wir das auch noch die restliche Osterwoche machen, weil viele die freien Tage für einen kleinen Familienausflug nutzen.

Montag, 22. März 2010

Hochzeit & Inspektion

Da heute der Besuch von der Mariel anstand, wollte ich den Schmetterlingsgarten in vorzeigbarem Zustand haben. Den Donnerstag und den Freitag hab ich also nochmal komplett bei den Schmetterlingen verbracht. Am Freitag war dann auch die Pamela da und wir haben die erste Raupe in ihren goldenen Käfig gesperrt. Bin schon sehr gespannt ob sie sich dazu überzeugen lässt sich zu verpuppen. Freu mich schon sehr drauf wenn der erste "fertige" Schmetterling schlüpft und wir ihn im Mariposario freilassen können.

Schon im Januar kam die Einladung und am Samstag stand sie dann an, die Hochzeit von einem Neffen von der Pilar. Weder ihn noch die Braut hab ich zwar bisher kennengelernt, aber bei über 250 Gästen fällt das auch nicht wirklich auf. Nachdem die Banda ein Video aufgenommen hat, um sich für einen Umzug in den USA zu bewerben, sind wir natürlich zu spät für die Messe gekommen. Die Feier ist dann nicht viel anders abgelaufen, als es bei uns der Fall wäre. Mit so vielen Gästen war's natürlich nicht wirklich persönlich, aber ein paar Leute der Familie kenn ich ja doch, die Gesprächspartner sind also nicht ausgegangen.

Einen Unterschied zu einen deutschen Hochzeit gab's natürlich doch, die Musik. Mit Salsa den ganzen Abend musste ich natürlich auch ein bisschen das Tanzbein schwingen, was natürlich jedes Mal besser geht und damit auch mehr Spaß macht. Nachdem weder Pilar noch Carlos ja besonders begeistert sind von solchen Festen, sind wir, wahrscheinlich als erste, schon um halb 10 gefahren.

Am Sonntag haben wir gleich in der Früh die Alejandra nach San Carlos gefahren und haben auf dem Weg gefrühstückt. Ich hatte ja schon vermutet, dass der Rio Toro auf dem wir Rafting gemacht haben nahe am Arbeitsplatz von der Ale vorbeiführt. Nur sieben Kilometer vor der Ankunft sind wir dann auch über die Brücke gefahren bei der wir mit dem Raft eingestiegen sind. In dem Dorf in dem die Ale arbeitet, sind wir dann auch direkt zur Schule gefahren, die ungefähr die Größe von unserem Wohnzimmer hat. Bald stehen ja auch bei uns wieder die Schulbesuche an, dann muss ich unbedingt ein Foto von Los Pinos machen.

Zum Schluss kommen wir also doch noch zum Besuch von der Mariel. Die hat heute auf dem Weg von Montezuma, wo sie Lukas' Projekt besucht hat, kurz in Madre Verde vorbeigeschaut. Leider hat sie von dort einen ordentlichen Regenschauer mitgebracht, so dass sich die Schmetterlinge natürlich versteckt haben und alles mit Regenschirm anschauen zu müssen, macht natürlich auch bloß halb so viel Spaß wie bei Sonne. Trotz allem schien sie ganz zufrieden mit ihrem Besuch und damit natürlich auch meiner Arbeit. Nebenbei hat sie eine ziemlich vielversprechende Zusage für einen neuen Freiwilligen ab August gemacht, hoffentlich können wir darauf zählen…

Donnerstag, 18. März 2010

Der 18. / 7

Wow, die letzten vier Wochen war wirklich so viel los, dass ich kaum mitbekommen hab, wie dieser Monat vergangen ist.

Die Sprache:

So langsam gibt's an diesem Punkt nichts Neues mehr zu berichten. Mein "r" macht noch immer eher bescheidene Fortschritte, ich hoffe aber ganz stark auf die noch verbleibende Zeit. So langsam sollte der Knoten jetzt dann doch mal platzen! Wir werden sehen.

Während dem Urlaub hab ich "Limit" von Schätzing gelesen, was mir zwar gefallen hat, aber nicht ganz so überzeugt wie Schwarm. Nach dem Schinken auf Deutsch hab ich mir jetzt wieder einen Wälzer auf Spanisch zugelegt. "Un mundo sin fin" ist der Nachfolger von "Los Pilares de la Tierra" und hat knappe 1200 Seiten, ist aber wegen des größeren Formats wahrscheinlich trotzdem länger als sein Vorgänger. Das Buch lässt sich wieder hervorragend an und liest sich super, so dass es wohl nicht allzu lange halten wird.

Die Arbeit:

Nach drei Wochen Einsamkeit haben mich meine Schmetterlinge wieder und auch im restlichen Teil von Madre Verde gibt es einiges zu tun. Die ersten Wochen nach dem Urlaub hab ich mich auf den Schmetterlingsgarten konzentriert, der mir als Projekt doch schon sehr stark ans Herz gewachsen ist. Da ist mein Erfolgswille doch mittlerweile sehr groß, so dass ich mich dort auch die nächste Zeit wirklich reinhängen werde. Mittlerweile hab ich angefangen auch die gelegten Eier einzusammeln und in Schälchen vor Spinnen und sonstigen Schädlingen schütze. Noch kann ich damit zwar keinen Erfolg verzeichnen, das braucht aber auch seine Zeit.

Nebenbei halte ich den Vivero auf Vordermann, was vor allem tägliches Gießen bedeutet. Außerdem müssen in den nächsten Wochen dringend die Drainagen ausgebessert und erneuert werden, bevor der große Regen kommt. Da ist der Raffa schon ganz fleißig, ist aber in den nächsten Wochen sicher das ein oder andere Mal auf meine Hilfe angewiesen.

Ein eindeutiges Highlight hat außerdem, eher überraschenderweise, heute stattgefunden. Auf dem Weg in die Arbeit haben die Leute vom MINAE (Nationales Institut für Umwelt und Energie) neben mir gehalten und mich mit nach Madre Verde hochgenommen. Sie hatten ein Faultierweibchen mit Baby dabei, das sie in einem kleinen Bergdörfchen eingesammelt haben, wo es an den Stromkabeln gehangen ist. Die Mutter mit dem schon recht großen Kind haben wir also direkt in Madre Verde ausgesetzt, es lohnt sich also auf jeden Fall mal wieder einen Blick in den Madre-Verde-Ordner zu werfen: http://picasaweb.google.com/willi.stepp/MadreVerde#

Das Reisen:

Also über den "großen Urlaub" hab ich ja ausführlich berichtet, mit Corcovado, der Botschaftwoche und Miami. Die nächste Zeit wird in diesem Aspekt wieder etwas ruhiger, es steht natürlich noch der Chirripó auf dem Plan und außerdem ist ja die Nela im Lande. Es wird also, vielleicht schon in den nächsten Wochen nochmal einen kleinen Strandtrip geben.

Montag, 15. März 2010

Back to Madre Verde

Nach drei Wochen Strand, Meer, Botschaften und Miami, war ich am Dienstag fast froh wieder zurück in den Alltag zu kommen. Die Schule ist mittlerweile richtig angelaufen, weshalb wir bald wieder unsere Schulbesuche starten werden, die auf meine Initiative hin dieses Jahr ein bisschen kooperativer ablaufen werden. Um damit möglichst zügig anzufangen, haben wir den Vormittag zur Planung und Aufgabenverteilung in dieser Angelegenheit genutzt, hoffentlich schaffen wir's noch vor Ostern. Wir haben dieses Mal ein Umwelt-Kreuzworträtsel vorbereitet, damit die Kids auch ein bisschen aktiv werden während unseren Besuchen. Außerdem machen wir morgen Früh einen kleinen Stand im Colegio, in der Hoffnung ein paar Spenden zu bekommen und ein bisschen Werbung zu machen.

Nebenbei gibt's natürlich auch in Madre Verde einen Haufen Arbeit, da in den drei Wochen ja, außer der Pamela zweimal, niemand im Vivero und im Schmetterlingsgarten gearbeitet hat. So wie's hier bei den tropischen Bedingungen wuchert, trotz Regenmangel, gerät man nach drei Wochen schon ziemlich in Rückstand im Rennen mit dem Unkraut. Die ganze letzte Woche war also recht arbeitsreich und trotz langen Arbeitstagen bleibt bis zur Semana Santa auch noch genug zu tun. Außerdem kommt am 22. März wahrscheinlich die Mariel von ACI zu Besuch, bis dahin sollt's natürlich auch einigermaßen aufgeräumt ausschauen.

Erstaunlicherweise lebt sogar noch das Heleconio-Pärchen, mittlerweile ja schon seit fast zwei Monaten. Die scheinen es wirklich recht gut zu haben bei uns, wo sie laut Lehrbüchern doch eigentlich bloß einen guten Monat leben. Beim Schmetterlingsgarten bin ich wirklich sehr froh über die Hilfe von der Pamela, so muss ich Entscheidungen nicht immer selber fällen und wir können uns gegenseitig über unsere Ideen austauschen. Ist wirklich eine sehr fruchtsame Zusammenarbeit, die glaub ich essentiell für das Vorankommen dieses Projekts ist. Wenn ich zwischen dem Schuften mal wieder ein paar Minuten Zeit hab, mach ich mal wieder ein paar Fotos, damit ihr unsere Fortschritte bewundern könnt.

Um gegen das Unkraut aufzuholen, hab ich mir auch am Samstag drei Stünderl Zeit genommen und bin bei einer Affenhitze hochgegangen, war aber zum Mittagessen wieder zuhause und hab den Rest des Wochenendes faulest und mit meinen Freunden hier verbracht, die schon Angst hatten mir wäre was passiert… so lang wie ich mich nichtmehr hab blicken lassen. War sehr nett mal wieder mit den Leuten unterwegs zu sein.

Nächstes Wochenende steht eine Hochzeit in der Familie an, da freu ich mich schon sehr drauf. Zum Einen ist die ganze Familie zusammen unterwegs und zum Anderen bin ich sehr froh die Chance zu haben, einen solchen Event hier mitzuerleben.

Achja, wer die Raftingbilder noch nicht gesehen hat, sollte sie sich wirklich nicht entgehen lassen: http://picasaweb.google.com/willi.stepp/Verena#

Montag, 8. März 2010

Miami

Während die Veri also am Donnerstag noch auf dem Heimweg war, sind auch wir quasi schon hinterher geflogen. Um 16:40 hob der Flieger von TACA, der größten mittelamerikanischen Fluggesellschaft, vom Flughafen Juan Santamaria San José in Richtung Miami ab. Dort angekommen haben wir zum Glück gleich den Leihwagen bekommen und sind auf direktem Weg ins Hotel gefahren. Lustig mit anzuschauen, wie sich der Carlos die ganze Zeit drauf freut, dass sein Navi (nur mit Karte von den USA) endlich mal funktioniert und dann nicht wirklich damit umgehen kann.

Eigentlich dachte ich ja ich komme zumindest in Amerika mal wieder dazu, ein bisschen mein Englisch zu üben. Tja gefrühstückt haben wir in einem puerto-ricanischen Restaurant direkt neben dem Hotel und auch in der Dolphin-Mall, in die wir danach gefahren sind, hat kaum jemand wirklich Englisch gesprochen. Meine Sprachkenntnisse musste ich also kaum auspacken, dafür hab ich einen Haufen spanische Akzente kennengelernt, die nebenbei alle deutlich hässlicher sind als der costa-ricanische. Sehr auffällig ist auch wie die Latinos, die in ihren Heimatländern alle aufeinander schimpfen und gar nichts voneinander wissen wollen, in den Staaten plötzlich zu einer verschworenen Einheit verschmelzen.

In der Mall, die zwar nicht die Ausmaße der Allbrook in Panama erreicht, aber trotzdem zum Beispiel das OEZ deutlich in den Schatten stellt, haben wir also den Freitag verbracht. Sicherlich neunzig Prozent der Kunden dort sind Latinos, davon wiederum wird der Großteil als Touristen im Land sein und, so wie wir, den Urlaub hauptsächlich zum Shoppen nutzen. Nach dem Abendessen sind wir zurück ins, für den Preis, wirklich runtergekommene Hotel. Mit den Löchern in Bettwäsche und Matratze und einem Bad von der Größe einen Fußabstreifers. Da hatten die Veri und ich für ein Viertel des Preises teilweise deutlich edlere Unterkünfte!

Nun gut bevor es am Samstag wieder in einen der riesen Läden geht hab ich einen kleinen Trip nach Miami-Beach durchgesetzt. Da ist die Latinodichte zwar schon deutlich kleiner, aber lange aufgehalten haben wir uns sowieso nicht. Danach ging's in einen Target, wo wir den Nachmittag verbracht haben und ich mir eine neue Kamera zugelegt hab. Die Wahl ist auf die S8000 von Nikon gefallen, in die ich mich nach ein bisschen Eingewöhnungszeit schon fast so verliebt hab wie in meine alte Samsung. Die neuen Fotos von Miami sind schon mit der neuen Kamera gemacht und ich bin wirklich überrascht von dem Nachtpanorama.

Am Sonntag hab ich nochmal einen Vormittag rausgeschlagen, den die Mädls ohne Shopping aushalten mussten. Dafür sind wir nach Key Byscane gefahren, einer Insel die per Brücke mit Miami verbunden ist und früher den Sklaven als Ausgangspunkt für die Flucht auf die Bahamas gedient hat. Das hatte ein Ende als 1825 der Leuchtturm gebaut wurde und ein Wächter stationiert wurde. Um das Signal für die Schiffe und das Bauwerk zu erhalten, wurde dieser seitdem mehrmals renoviert und kann so ohne Gefahr auch bestiegen werden. Oben bietet sich ein schöner Ausblick über die Insel und Teil der Downtown von Miami. Nach einem recht leckeren Mittagessen ging's wieder in die Dolphin-Mall und danach nach einem Besuch im KFC ins Hotel.

Vor der Abreise am Montag mussten Pilar und Fabi noch ein drittes Mal innerhalb von vier Tagen in die Dolphin-Mall. Danach sind wir über El Salvador zurück nach Costa Rica geflogen, wo uns der Can am Flughafen abgeholt hat.
 

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