Freitag, 30. April 2010

Der Bachlauf

Wie schon im letzten Beitrag gesagt, halte ich mich nicht gerade für begabt, was die Umsetzung kreativer Projekte angeht. Diese Woche hab ich mich aber wieder an einem solchen versucht. Auch dieses Mal bin ich wieder recht erstaunt vom Ergebnis, auch wenn es noch nicht ganz fertig ist. Bis ich das finale Ergebnis vorstellen kann, hab ich mir gedacht es wäre interessant, wenn ich den ganzen Ablauf schildere.

Natürlich musste ich bei der Umsetzung ein bisschen kreativ werden, professionelles Material hab ich nämlich selbstverständlich nicht zur Verfügung gehabt. Angefangen hab ich also mit einem recht simplen Grundgerüst, welches die grundlegende Struktur vorgibt. Benutzt hab ich einfach Holzreste die wir noch im Schuppen rumliegen hatten.


Als nächstes hab ich kleine "Behälter" mit Plastikfolie gemacht, die als kleine Becken dienen.

Die Grundstruktur war damit also fertig und es ging an den ästhetischen Teil.

 
Als Base hab ich ein paar Schubkarrenladungen vom Kies genommen haben, der noch vom Hausbau am Eingang von Madre Verde übrig ist. Den musste ich allerdings erst einmal die 300 Meter bergauf schaffen, was mal wieder eine der richtig schweißtreibenden Arbeiten war.

Aber es war auch jeden Fall sinnvoller, als das ganze Material aus dem Fluss heranzuschaffen. Das hab ich dann nämlich für die oberste Schicht gemacht, damit die ganze Angelegenheit möglichst natürlich aussieht.

Bisher ist das denke ich auch ganz gut gelungen und sobald ich das Projekt nächste Woche fertig habe, gibt's nochmal neue Fotos!

Montag, 26. April 2010

Feria ambiental

Nachdem wir am Donnerstag einen Haufen Plastikblumen gemacht haben, haben wir versucht sie am Samstagvormittag bei der "feria ambiental" loszuwerden. Jeder der etwas gespendet hat, durfte sich eine Blume seine Wahl mitnehmen. Natürlich gab's einen kleinen Wettkampf um die Beliebtheit der jeweiligen "Künstler", aber am Ende konnten wir keinen klaren Gewinner ausmachen. Das Wetter war wirklich super und ich konnte auch ein Madre Verde Banner ergattern, das mir wirklich gefallen hat. Vielleicht find ich irgendwann einen guten Platz dafür.

Sonst war der Vormittag recht nett und nachdem auch die Junta Directiva da war, konnten wir ein paar Projekte besprechen. So musste ich leider erfahren, dass die 18 Studenten aus Georgia abgesagt haben, was die Reparatur der Wege wohl erst mal verzögert. Vielleicht packen wir's an, sobald der Janis ankommt. Der Macht ab Juli seinen Weltwärtsdienst hier und kommt mit AFS.

Am Sonntag war dann die obligatorische Partie fútbolcinco angesagt, die mein Team, ich glaub zum ersten Mal seit ich da bin, gewonnen hat. Nachmittags haben wir das Spiel der Liga beim Allen angeschaut und sind danach noch was essen gegangen. Einer der ruhigen Sonntage also.

Heute hatten wir uns vorgenommen nach Atenas in einen Vivero zu fahren, um ein paar Pflanzen zu kaufen die nicht so einfach in "freier Wildbahn" zu bekommen sind. Da ich den Bachlauf aber, falls möglich, diese Woche fertig machen will, bin ich vormittags auf zwei Stunden nach Madre Verde marschiert. Eigentlich geht's auch ganz gut voran, da ich aber am Mittwoch nach San José zur Semana U fahr, könnt's trotzdem knapp werden. Bei der Semana U sind auf dem ganzen Campus der Universidad de Costa Rica Konzerte und Veranstaltungen und der Mario hat mich eingeladen.

Um 2 haben wir dann aber doch den Bus in Richtung Atenas genommen und sind auf halbem Weg in Morazan ausgestiegen. Nach einem Besuch bei Pamelas Familie, sind wir mit ihrem Vater zum Vivero gefahren. Der war, von zwei Brüdern geführt, wirklich sehr nett und wir haben so gut wie alles bekommen, was wir gesucht haben. Auf dem Rückweg haben wir die Pflanzen gleich noch am Schmetterlingsgarten abgeliefert.

So schnell sind wir allerdings nicht wieder weggekommen, weil sich das Auto beim Umkehren im Wasserlauf versenkt hat. Eigentlich hat der Wagen zwar Allradantrieb, aber der wollte nicht anspringen. So haben wir also eine knappe Stunde gezogen, geschoben und gerüttelt, bis klar war das wir ihn nicht freibekommen würden. Zum Glück kennt man ja so seine Leute und so hab ich den Sohn vom Albaro angerufen, in der Hoffnung er könnte vielleicht den Vierrad zum Laufen bringen. Der hat dann auch sein ganzes Fachwissen ausgepackt und so haben wir's um kurz nach 8 doch noch geschafft.

Donnerstag, 22. April 2010

Plastikblumen

Eigentlich bin ich ja kein Fan von wiederverwendeten Autoreifen oder Monitoren als Blumenvase, aber heute hab ich mich doch mal auf eine solche Aktion einlassen müssen. Nachdem ich schon die letzten Tage mit dem Bau eines kleinen Brückchens (Bild) kreativ geworden bin, haben wir heute Flaschenblumen für eine Aktion am Samstag gebastelt.

Normalerweise finde ich solche gezwungenen Recyclingaktionen immer etwas peinlich und die Ergebnisse ziemlich schrecklich. Nachdem die Arelis aber ein Weilchen auf mich eingeredet hatte, hab ich mich aber doch dazu bereiterklärt zu helfen. Da wir erst Nachmittags angefangen haben, hatte ich endlich Zeit zum Friseur zu gehen und ich bin sehr froh, dass ich endlich meinen Helm los bin. Bei der Hitze die hier die letzten Wochen herrscht war das kaum mehr auszuhalten.

Gemacht haben wir die Kunstwerke bei einer Freundin von der Arelis, die ohne dass ich sie gekannt hätte schon vor ein paar Wochen in Madre Verde war, mit Mutter und deren amerikanischem Freund. Nachdem auch die Pamela dabei war, die uns mit ihren Blumen übrigens alle in den Schatten gestellt hat, waren wir also zu viert. Über die Blumen erzähl ich am besten garnicht weiter viel, sondern mache am Samstag einfach ein paar Fotos. Ich will aber sagen, dass ich sehr erstaunt bin, wie gut sogar meine Exemplare geworden sind, obwohl ich mich ja für kein bisschen künstlerisch begabt halte.

Morgen geht's dann wieder nach Madre Verde rauf und vielleicht ist sogar schon der erste Schmetterling geschlüpft, zumindest hätte er Morgen Termin. Sonst bin ich nach der Brücke im Moment an einem kleinen Bauchlauf, um die neue Wasserpumpe auch vernünftig in Szene zu setzen. Es ist schon toll, wenn man seine Ideen so frei umsetzen kann und auch noch die Zeit dazu hat. Das hab ich sicherlich auch zu großen Teilen der Arelis und dem Albaro zu verdanken, die mir sehr viel freie Hand bei der Arbeit lassen.

Mittlerweile bin ich sogar mit dem nächsten Glücklichen in Verbindung, der in diesem tollen Projekt arbeiten darf. Er kommt zwar nicht mit ICJA oder ACI, dafür aber schon im Juli, so dass ich ihn wohl sogar noch ein bisschen einarbeiten kann. Gespannt bin ich ja, ob ACI auch noch einen Freiwilligen nach Madre Verde schicken wird, mit zwei Langzeitfreiwilligen könnte man nämlich einen ganzen Haufen weitere Projekte umsetzen. Ich freue mich auf jeden Fall sehr, dass die Fortführung meiner Arbeit mittlerweile gesichert ist.

Sonntag, 18. April 2010

Der 18. / 8

Diesen Monat hätte ich's wirklich fast nicht mitbekommen, dass schon wieder der 18. ist. Naja ein kleiner Kommentar von der Regina(andere Frewillige aus Escazú) bei Facebook hat mich gerettet! Hier also doch noch termingerecht der fällige Monatsbericht.

Die Sprache:

"Un Mundo Sin Fin" neigt sich mittlerweile schon dem Ende zu, da ich schon auf Seite 950 von 1200 bin wird es keine 3 Wochen mehr halten. Der Nachfolger wird dann wieder deutsch sein, auch wenn das auf die Lesegeschwindigeit keinen wirklichen Einfluss mehr hat.

Mittlerweile vergesse ich sehr schnell ob ich etwas, einen Zeitungsbericht etc., auf Spanisch oder auf Deutsch gehört/gelesen habe. Das macht natürlich ab und zu Probleme wenn man irgendjemandem einen Artikel zeigen will und erst im letzten Moment merkt, dass man ihn auf Spanisch gefunden hat. Zeigt aber auch wie lässig mir das Lesen und Verstehen schon von der Hand geht.

Die Arbeit:

Den letzten Monat haben wir uns, zu meiner Freude, sehr stark auf den Schmetterlingsgarten konzentrieren können. Außer in der Osterwoche, in der wir Spenden gesammelt haben, ging jeden Tag einiges voran. Im Moment haben wir drei Raupen und eine Puppe im Labor. Das mag sich nicht gerade viel anhören, aber nachdem wir schon lange darauf gewartet haben, freuen wir uns sehr über diesen Erfolg. Auch für die nächsten Wochen haben wir einige größere Projekte fürs Marisposario , wie den Brunnen aktivieren, den Weg fertigmachen und wenn die Regensaison anfängt wird gepflanzt.

Sonst stehen natürlich noch die Schulbesuche aus, aber wer weiß wann da alle organisatorischen Hürden genommen sind…

Das Reisen:

Mit Malpais konnte ich diesen Monat mal wieder einen Ort abhaken den ich noch sehen wollte. Der Tortuguerotrip hingegen war, bis auf die Schildkrötensichtung, nicht gerade spannend und auch recht verregnet.

Donnerstag, 15. April 2010

Nr. 100: Zwischenbericht

Als 100. Blogbeitrag gibt's heute meinen "etwas" verspäteten Zwischenbericht:

"Madre Verde", so würde mein Projekt also heißen und auch wenn die Infos erst knappe zwei Wochen vor Abflug kamen, hab ich mich Jahres sehr gefreut endlich etwas über das Projekt in dem ich arbeiten würde zu erfahren. Die Infos waren zwar nicht gerade ausführlich aber zumindest war klar, dass ich ein ökologisches Projekt bekommen habe, was ich sehr gehofft hatte. Die ersten Mails zwischen meinem Gastvater, dem Carlos, und mir waren schon geschrieben und so nahmen die Erwartungen an die vorausstehende Erfahrung immer deutlichere Formen an.

Die größte Hoffnung war selbstverständlich, mit der Gastfamilie gut zu Recht zu kommen. Da ich mich selbst als eher unkompliziert und recht flexibel ansehe, hatte ich da aber keine wirklich großen Bedenken, auch wenn eine Grundnervosität unzweifelhaft zu spüren war. Skeptischer war ich da schon was die Erwartungen an "Madre Verde" anging. In aller erster Linie war mir natürlich wichtig, viele abwechslungsreiche und auch eigenständige Arbeit machen zu können. Wenn man als erster Freiwilliger in das Projekt kommen soll, das schon seit zehn Jahren läuft, fragt man sich ob die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Arbeiten überhaupt gegeben sind. Ganz persönlich musste ich natürlich auch fürchten, dass mein Perfektionismus mir bei der lateinamerikanischen Mentalität im Weg stehen würde.

Seit nun fast acht Monaten bin ich hier in Palmares und "Madre Verde" kenn ich mittlerweile wie meine eigene Hosentasche. Alle Befürchtungen die ich am Anfang vielleicht noch hatte, haben sich mittlerweile komplett zerstreut und ich schaue mit einem etwas mulmigen Gefühl in Richtung August.

Der wichtigste Faktor, die Familie, war der absolute Glücksgriff. Ich genieße es sehr in einer so großen Familie zu leben und jedes einzige Familienmitglied ist mir sehr stark ans Herz gewachsen. Eine ganz große Bereicherung für das Verhältnis auch zwischen den Familien war sicherlich der Besuch meiner costa-ricanischen Familie in München. Meine beiden Familien, wie ich sie mittlerweile nenne, haben sich super verstanden und weitere Besuche sowohl hier in Costa Rica als auch wieder in München sind schon in Planung. Mein Freundeskreis hier im Ort ist wirklich toll und mittlerweile sehr gefestigt, es gibt für jedes Problem einen Ansprechpartner und auch bei der wöchentlichen Partie Soccerfive am Sonntag kann ich mittlerweile einigermaßen mithalten. Ich hab dann auch vor ein paar Monaten aufgehört von meinem Heimflug bzw. meiner Heimat zu sprechen und wenn ich von meiner Familie rede, dann meine ich vier Eltern und sieben Geschwister. Auch wenn das bei Erzählungen manchmal zu Verwirrung führt, ist mir sehr wichtig zu zeigen, dass ich mich hier mittlerweile "heimisch" fühle und wie ein Teil der Familie.

Auch wenn das jetzt vielleicht ein bisschen langweilig klingen mag, auch bei der Arbeit in Madre Verde läuft alles sehr gut. Am Anfang musste ich mich erst einmal ein bisschen einfinden und die Leute und das Gelände kennenlernen. Mittlerweile hab ich aber mit dem Schmetterlingsgarten ein eigenes Projekt, einen eigenen kleinen Etat und das volle Vertrauen von Chefin und Mitarbeiter/innen. Gerade heute hat sich die erste Raupe von einem unserer "Impfschmetterlinge" verpuppt. Es besteht also die Hoffnung, innerhalb von zehn Tagen den ersten Schmetterling beim Schlüpfen zu bewundern, dessen Ei im Schmetterlingsgarten gelegt wurde. Ich denke schon an der Begeisterung mit der ich das erzähle sieht man, mit wie viel Herzblut und Motivation ich bei der Sache bin. Eine Aufgabe die zwar bloß ab und zu ansteht, auf die ich mich aber immer umso mehr freue, sind die Besuche von den örtlichen Schulen. Die Kids in der Natur zu erleben und ihnen etwas über Deutschland und unsere Bemühungen im Umweltschutz erzählen zu können macht immer sehr viel Spaß. Neben diesen Aufgaben gibt es natürlich noch viele weitere in einem solchen Projekt, wie die Wege freizuhalten, Schilder zu malen oder die seltenen Touristen durchs Reservat zu führen.

Auch wenn schon alles sehr gut läuft, gibt es für die Zeit die mir noch bleibt noch ein paar größere Projekte: es steht noch die Übersetzung der Homepage an, die leider immer noch nur auf Spanisch online ist, ich will Morphos in den Schmetterlingsgarten einsetzen und eine Anleitung für den nächsten Freiwilligen schreiben. Die Aufgaben gehen also nicht aus und ich bin sehr motiviert für die verbleibende Zeit.

Nachdem ich sehr glücklich bin mit meiner Erfahrung, hab ich seit meiner Ankunft von ICJA eigentlich nicht viel gehört. Die organisatorischen Fragen die noch zu klären waren, wurden zuverlässig gelöst und die Betreuung hat ACI übernommen. Die Seminare die wir hier mit unserer costa-ricanischen Organisation machen, übertreffen die ICJA-Seminare in Sachen Produktivität und Mehrwert deutlich. Bei den Seminaren in Lenzkirch-Kappel und Berlin waren, aus meiner Sicht, die Vorträge teilweise zu extrem bzw. unangemessen. Hier wird das komplette Seminar von den Mitarbeitern von ACI abgehalten und die Stimmung ist sehr produktiv. Aber vielleicht hat ICJA ja mittlerweile ein bisschen aus unserer Kritik von letztem Jahr gelernt und das Seminar im August wird ähnlich gut wie hier in Esparza.

Obwohl ich schon im Sommer ´08 die Möglichkeit hatte Costa Rica kennenzulernen, hatte ich in diesen acht Monaten die Chance das Land aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten. Eigentlich war ich schon vor meiner Ankunft hier recht gut informiert und hatte auch schon vieles gesehen, so dass sich meine Meinung über das Land nicht Grundlegend geändert hat. Die Rolle die es in meinem Leben spielt, hat sich aber sehr wohl verändert. Wie schon gesagt fühl ich mich wie in einer zweiten Heimat und auch die Leute fragen oft ob man hier fest lebt, weil man schon einen so starken und charakteristischen Dialekt spricht.

Ein durchweg positiver Zwischenbericht also und ich hoffe, dass ich auch den Abschlussbericht in einem ähnlichen Stil schreiben kann.

Montag, 12. April 2010

La Baula

Die Baulas, trotz einem recht putzigen Namen ganzschöne Giganten. Aber von vorne…

Nach einen Freitag im Matsch, ich hab endlich den Weg im Schmetterlingsgarten in Angriff genommen, hab ich den Samstag zur Erholung genutzt. Abends waren wir beim Andrés eingeladen, wo wir ein bisschen seinen Geburtstag gefeiert haben. Die wohnen ein bisschen am Berg in der Nähe von Madre Verde, allerdings an der anderen Flanke vom Berg und haben so einen tollen Blick auf San José. Ich war aber ganz froh, dass wir relativ früh heim sind, weil ich mit der Nela für Sonntag ausgemacht hatte, nach Tortuguero zu fahren. Auch wenn ich Tortuguero schon kenne, hatte ich mir ja beim letzten Trip mit den pensionierten Lehrern vorgenommen, nochmal hinzufahren.

Am Sonntag saß ich also um 7 im recht lehren Bus nach Chepe (San José)… Schon nach circa einer halben Stunde nach der Abfahrt aus San José, hat es angefangen ordentlich zu schütten. Eigentlich nichts besonderes, weil an der Karibikküste die Regenzeit schon seit ein paar Monaten angefangen hat, ich hatte aber doch auf ein bisschen Glück mit dem Wetter gehofft. Angekommen in Cariri, von wo die Busse nach Pavona abfahren, hat es dann auch kurz aufgehört zu regnen, bis wir im nächsten Bus saßen der uns zur Bootsanlegestelle nach Tortuguero gebracht hat. Nachdem es die letzte Woche wohl schon recht heftige Regenfälle gab, war die Kiesstraße nicht im besten Zustand, der Fluß hatte aber dafür ordentlich Wasser, was das Vorankommen leichter macht. Während der Bootsfahrt hat es dann auch bloß zwei kleinere Schauer getan, die wir dank Dach einigermaßen unbeschadet überstanden haben.

In Tortuguero angekommen hat mich gleich wieder der einzigartige Flair überrascht, den das Dorf trotz den vielen Touristen immernoch ausstrahlt. Dieses Mal hatten wir das billigste Zimmer das ich bisher hier in Costa Rica hatte… und es war mit seinen 14$ für zwei bei Leibe nicht das schlechteste. Sauber, mit eigenem Bad und heißem Wasser. Trotz noch Hauptreisesaison im Rest Costa Ricas waren die Hotels relativ leer - Tortuguero lebt sehr stark vom Schildkrötentourismus und die haben ihre Saison eher zwischen September und November. Allerdings hat zurzeit immerhin die Baula (Lederschildkröte) Saison und kommt zum Eierlegen an die Strände von Costa Rica. Während aber jedes Jahr etwa 15.000 "grüne" Schildkröten an die Strände kommen um ihre Eier loszuwerden, sind es bei den Lederexemplaren nur 800, was die Sichtung recht selten macht. Wir haben uns natürlich trotzdem für eine Tour, zum Glück fast zum Ticopreis, angemeldet.

Die Lederschildkröte (Wikipedialink) ist zum auch im Vergleich zu den recht großen "grünen" Schildkröten, also solchen mit Plattenpanzer, ein ziemlicher Gigant. Wir hatten dann auch das Glück die einzige Gruppe in der Woche zu sein, die ein solchen Exemplar zu Gesicht bekam.

Nachdem das Wetter uns wirklich nicht gnädig gestimmt war, sind wir heute nach einem Spaziergang im Nationalpark, der mich nicht wirklich beeindruckt hat, wieder nach Hause gefahren. Ich bin schon froh, meine Raupen nicht so lange allein lassen zu müssen und mich morgen wieder um sie kümmern zu können!

Donnerstag, 8. April 2010

Fortschritte im Mariposario

Anfang dieser Woche hat mich eine kleine Erkältung erwischt, so dass ich nicht so "durchpowern" konnte wie ich gerne hätte. In den letzten Wochen hat der Schmetterlingsgarten aber doch einige Fortschritte gemacht, die ich euch natürlich nicht vorenthalten will. Mittlerweile sind alle Bäume bzw. Bäumchen die wir bei der ersten Säuberung, vor allem aus Unwissenheit, verschont haben draußen. Die Putzaktion für den Brunnen und den Ablauf hat bei meiner Erkältung sicher nicht gerade weitergeholfen, hat sich aber sehr gelohnt. Mittlerweile schaut alles sehr geordnet und organisiert aus. Auch neue Anschlüsse für die Schläuche hab ich gekauft und installiert, das Tropfen an allen Ecken und Enden ist also auch eingedämmt. Ein paar Pflanzen haben ihre Plätze gewechselt um die perfekte Portion Sonne bzw. Wasser von der Sprenkelanlage zu bekommen und heute hab ich angefangen den Kiesweg von Erde zu befreien.

Seit Wochen fragen wir uns ja, warum die Schmetterlinge zwar fleißig Eier legen, die Larven aber offensichtlich ausbleiben. Die geringe Schlüpfrate kann sicherlich von der noch recht hohen Zahl von Spinnen im Schmetterlingsgarten herrühren, aber das wir gar keine Larven zu Gesicht bekommen haben fand ich schon ein bisschen komisch. Vor einer guten Woche hab ich dann nochmal ein Männchen eingefangen und eingesetzt… und siehe da! Gestern hab ich zwei Larven, eine mit etwa 1 Woche die andere frisch geschlüpft ins Labor versetzt. Ob es daran lag, dass unser bisheriges Männchen nicht potent war, einfach nicht wollte oder einfach nur Zufall war, kann ich nicht sagen. Trotzdem freu ich mich aber über einen Erfolg auf den ich schon seit fast zwei Monaten warte.

Auch wenn die Arelis den Schmetterlingsgarten so schnell wie möglich in voller Funktionalität sehen will, freue ich mich schon sehr auf die Schulbesuche. Wie auch letztes Jahr im Oktober und November werden wieder Kinder aller Schulen kommen, um sich ihre gepflanzten Bäume anzuschauen und ein bisschen zu marschieren. Dieses Jahr können sie dann auch schon ein bisschen Aktion im Schmetterlingsgarten sehen, was sie sicherlich ziemlich begeistern wird.

Sonntag, 4. April 2010

Ostern

Während in Deutschland morgen noch Feiertag ist, hat die Semana Santa hier schon ihr Ende gefunden. Viel ist eigentlich nicht passiert, aber zumindest das wollte ich euch wissen lassen. Am Donnerstag und am Freitag waren jeweils Umzüge, bei denen Jesus Weg zur Kreuzigung nachgestellt wurde. Die Prozessionen waren eigentlich ganz nett gespielt, mit Soldaten, Peitschern und einem Jesus mit Kreuz. Am Samstag gab's dann eine dreistündige Messe, zu der aber bloß Fabi und Pilar gegangen sind. Das ist im Vergleich zu den sonst eher sehr kurzen Gottesdiensten wirklich ein Haufen und die Fabi sagt seitdem, dass sie jetzt nie mehr in die Kirche gehen braucht.

Für unseren Eiersuchbrauch wurd ich ziemlich ausgelacht, davon hat man hier noch nie was gehört und einen Ersatz gibt's auch nicht. Während in Deutschland Tanzverbot herrscht, darf hier am Do und Freitag kein Geschäft aufmachen, in dem Alkohol verkauft wird. Auch die Restaurants und Bars in denen man ein Bier bestellen kann, bleiben an den beiden Feiertagen geschlossen und der Freitag ist einer der ganz wenigen Tagen, an denen sogar der Supermarkt geschlossen bleibt. Trotz fehlendem Eiersuchen, war es doch eine sehr nette Woche.

Schon seit letztem Wochenende waren Jose-Fabian und Sophia im Haus, was Aktion garantiert. Am Samstag waren wir alle zusammen im Schwimmbad und die Sophia hat sich, natürlich mit mir zusammen, die Rutsche runter getraut. Nach dem ersten Mal war sie dann kaum mehr zu stoppen und es war nicht ganz einfach sie zum Gehen zu überreden. Nachdem nachmittags dann auch noch Christina und Marco eingetrudelt sind, war das Haus endgültig voll. In diesen Momenten bin ich schon immer ein bisschen froh, dass ich ein eigenes Zimmer hab. Aber es ist immer sehr cool wenn das Haus so überquillt, weil langweilig kann einem dann wirklich nie werden.

Zum Schreiben vom Blogeintrag bin ich so natürlich nicht rechtzeitig gekommen und auch ein paar andere Projekte die ich mir eigentlich für dieses Wochenende vorgenommen hab, sind natürlich auch liegen geblieben. Hoffentlich find ich diese Woche ein bisschen Zeit dafür.

Heute war dann noch der Clasico angesagt, Die Liga aus Alajuela gegen Saprisista mit Stadium in Tibás. Ist immer das wichtigste Spiel der Saison und dieses Mal hat es unser Verein, die Liga, zu einem 1:0 Sieg gebracht. Auch wenn ich immer wieder betonen muss wie schlecht die Spiele hier selbst in der ersten Liga sind, war's heute wirklich sehenswert. Mitte der zweiten Halbzeit haben ein paar Fans hinter der Banda ein regelrechtes Feuer entzündet und das hat für einige Aufregung gesorgt. Aber da war ich dann schon fast ein bisschen froh, dass ich Cans Einladung mit ins Stadium zu gehen nicht gefolgt bin, auch wenn ihm nichts passiert ist.

Morgen fängt hoffentlich eine Arbeitsreiche Woche an, es gibt nämlich, wie eigentlich immer, einen Haufen zu tun!

Mittwoch, 31. März 2010

Malpais

Tamarindo, Play Portero, Puerto Viejo, Bahía Drake usw. mittlerweile hab ich ja wirklich schon einen ganzen Haufen gesehen hier. Natürlich bleiben immer noch ein Haufen Sachen, von denen einem alle vorschwärmen, für Nr die man aber noch keine Zeit gefunden hat. Einen solchen Ort hab Ischl mir die letzten Tage mit der Nela angeschaut.

Nachdem am Freitag die Anlegestelle in Paquera gerade neu gemacht wurde, mussten wir von Puntarenas aus über Playa Naranjo nach Malpais/Santa Teresa fahren. Bei den "guten" Straßen auf der Nicoya Halbinsel, waren wir gute neun Stunden unterwegs. Zum Glück geht der Gesprächsstoff ja so schnell nicht aus, wenn zwei Skilehrer aus der gleichen Skischule unterwegs sind. Nach der Busfahrt war ich dann also, da ist die Nela wirklich unschlagbar, über alle Geschichterl bei Joker auf dem neuesten Stand.

Nach einer Nacht in der Hängematte, im Hostel war bloß noch ein Bett frei, ham wir eine Strandwanderung bis zum Cabo Verde Nationalpark gemacht. In dem waren wir zwar letztes Jahr auch schon, allerdings von der anderen Seite und so hab ich den mittlerweile auch fast komplett gesehen. Man muss allerdings zugeben, dass die Wälder in Küstennähe während der Regenzeit sehr viel schöner sind. Nachdem dort sicherlich seit November oder Dezember kein nennenswerter Regen mehr gefallen ist, schaut alles schon sehr vertrocknet aus. Der Strand, und vor allem das Wetter, waren aber ein Traum und so kann man über das fehlende Grün hinweg sehen.

Der Ort selbst ist absolut in Surferhand, im Hostel gibt es einen Rabatt, wenn man über 30 Tage bleibt und auch das Bild am Strand bestimmen Surfbretter. Trotzdessen oder vielleicht gerade deswegen fühlt sich der Ort nicht allzu touristisch an, immerhin sind schon alle braungebrannt.

Ich wäre auch ncoh ein paar Tage dort geblieben, aber nachdem die Nela noch ein bisschen was sehen wollte, sind wir doch ncoh auf einen Sprung nach Montezuma rübergefahren. Diesesmal haben wir dann sogar den Lukas getroffen, den wir ja letztes Mal verpasst hatten.

Bei der Rückfahrt war zwar dann der Steg in Paquera schon repariert, dafür ist aber eine Fähre nicht gefahren. Im Endeffekt haben wir also wieder über neun Stunden gebraucht. Auch wenn wie diesesmal weniger im Bus gesessen sind, macht das bei diesen Bussen einfach nicht wirklich Spaß...

Naja jetzt sind wohl erst mal noch ein paar Tage Arbeit angesagt. Im Moment Hock ich am Eingang von Madre Verde und sammel freiwillige Beiträge ein. Wenn's heute gut läuft werden wir das auch noch die restliche Osterwoche machen, weil viele die freien Tage für einen kleinen Familienausflug nutzen.

Montag, 22. März 2010

Hochzeit & Inspektion

Da heute der Besuch von der Mariel anstand, wollte ich den Schmetterlingsgarten in vorzeigbarem Zustand haben. Den Donnerstag und den Freitag hab ich also nochmal komplett bei den Schmetterlingen verbracht. Am Freitag war dann auch die Pamela da und wir haben die erste Raupe in ihren goldenen Käfig gesperrt. Bin schon sehr gespannt ob sie sich dazu überzeugen lässt sich zu verpuppen. Freu mich schon sehr drauf wenn der erste "fertige" Schmetterling schlüpft und wir ihn im Mariposario freilassen können.

Schon im Januar kam die Einladung und am Samstag stand sie dann an, die Hochzeit von einem Neffen von der Pilar. Weder ihn noch die Braut hab ich zwar bisher kennengelernt, aber bei über 250 Gästen fällt das auch nicht wirklich auf. Nachdem die Banda ein Video aufgenommen hat, um sich für einen Umzug in den USA zu bewerben, sind wir natürlich zu spät für die Messe gekommen. Die Feier ist dann nicht viel anders abgelaufen, als es bei uns der Fall wäre. Mit so vielen Gästen war's natürlich nicht wirklich persönlich, aber ein paar Leute der Familie kenn ich ja doch, die Gesprächspartner sind also nicht ausgegangen.

Einen Unterschied zu einen deutschen Hochzeit gab's natürlich doch, die Musik. Mit Salsa den ganzen Abend musste ich natürlich auch ein bisschen das Tanzbein schwingen, was natürlich jedes Mal besser geht und damit auch mehr Spaß macht. Nachdem weder Pilar noch Carlos ja besonders begeistert sind von solchen Festen, sind wir, wahrscheinlich als erste, schon um halb 10 gefahren.

Am Sonntag haben wir gleich in der Früh die Alejandra nach San Carlos gefahren und haben auf dem Weg gefrühstückt. Ich hatte ja schon vermutet, dass der Rio Toro auf dem wir Rafting gemacht haben nahe am Arbeitsplatz von der Ale vorbeiführt. Nur sieben Kilometer vor der Ankunft sind wir dann auch über die Brücke gefahren bei der wir mit dem Raft eingestiegen sind. In dem Dorf in dem die Ale arbeitet, sind wir dann auch direkt zur Schule gefahren, die ungefähr die Größe von unserem Wohnzimmer hat. Bald stehen ja auch bei uns wieder die Schulbesuche an, dann muss ich unbedingt ein Foto von Los Pinos machen.

Zum Schluss kommen wir also doch noch zum Besuch von der Mariel. Die hat heute auf dem Weg von Montezuma, wo sie Lukas' Projekt besucht hat, kurz in Madre Verde vorbeigeschaut. Leider hat sie von dort einen ordentlichen Regenschauer mitgebracht, so dass sich die Schmetterlinge natürlich versteckt haben und alles mit Regenschirm anschauen zu müssen, macht natürlich auch bloß halb so viel Spaß wie bei Sonne. Trotz allem schien sie ganz zufrieden mit ihrem Besuch und damit natürlich auch meiner Arbeit. Nebenbei hat sie eine ziemlich vielversprechende Zusage für einen neuen Freiwilligen ab August gemacht, hoffentlich können wir darauf zählen…

Donnerstag, 18. März 2010

Der 18. / 7

Wow, die letzten vier Wochen war wirklich so viel los, dass ich kaum mitbekommen hab, wie dieser Monat vergangen ist.

Die Sprache:

So langsam gibt's an diesem Punkt nichts Neues mehr zu berichten. Mein "r" macht noch immer eher bescheidene Fortschritte, ich hoffe aber ganz stark auf die noch verbleibende Zeit. So langsam sollte der Knoten jetzt dann doch mal platzen! Wir werden sehen.

Während dem Urlaub hab ich "Limit" von Schätzing gelesen, was mir zwar gefallen hat, aber nicht ganz so überzeugt wie Schwarm. Nach dem Schinken auf Deutsch hab ich mir jetzt wieder einen Wälzer auf Spanisch zugelegt. "Un mundo sin fin" ist der Nachfolger von "Los Pilares de la Tierra" und hat knappe 1200 Seiten, ist aber wegen des größeren Formats wahrscheinlich trotzdem länger als sein Vorgänger. Das Buch lässt sich wieder hervorragend an und liest sich super, so dass es wohl nicht allzu lange halten wird.

Die Arbeit:

Nach drei Wochen Einsamkeit haben mich meine Schmetterlinge wieder und auch im restlichen Teil von Madre Verde gibt es einiges zu tun. Die ersten Wochen nach dem Urlaub hab ich mich auf den Schmetterlingsgarten konzentriert, der mir als Projekt doch schon sehr stark ans Herz gewachsen ist. Da ist mein Erfolgswille doch mittlerweile sehr groß, so dass ich mich dort auch die nächste Zeit wirklich reinhängen werde. Mittlerweile hab ich angefangen auch die gelegten Eier einzusammeln und in Schälchen vor Spinnen und sonstigen Schädlingen schütze. Noch kann ich damit zwar keinen Erfolg verzeichnen, das braucht aber auch seine Zeit.

Nebenbei halte ich den Vivero auf Vordermann, was vor allem tägliches Gießen bedeutet. Außerdem müssen in den nächsten Wochen dringend die Drainagen ausgebessert und erneuert werden, bevor der große Regen kommt. Da ist der Raffa schon ganz fleißig, ist aber in den nächsten Wochen sicher das ein oder andere Mal auf meine Hilfe angewiesen.

Ein eindeutiges Highlight hat außerdem, eher überraschenderweise, heute stattgefunden. Auf dem Weg in die Arbeit haben die Leute vom MINAE (Nationales Institut für Umwelt und Energie) neben mir gehalten und mich mit nach Madre Verde hochgenommen. Sie hatten ein Faultierweibchen mit Baby dabei, das sie in einem kleinen Bergdörfchen eingesammelt haben, wo es an den Stromkabeln gehangen ist. Die Mutter mit dem schon recht großen Kind haben wir also direkt in Madre Verde ausgesetzt, es lohnt sich also auf jeden Fall mal wieder einen Blick in den Madre-Verde-Ordner zu werfen: http://picasaweb.google.com/willi.stepp/MadreVerde#

Das Reisen:

Also über den "großen Urlaub" hab ich ja ausführlich berichtet, mit Corcovado, der Botschaftwoche und Miami. Die nächste Zeit wird in diesem Aspekt wieder etwas ruhiger, es steht natürlich noch der Chirripó auf dem Plan und außerdem ist ja die Nela im Lande. Es wird also, vielleicht schon in den nächsten Wochen nochmal einen kleinen Strandtrip geben.

Montag, 15. März 2010

Back to Madre Verde

Nach drei Wochen Strand, Meer, Botschaften und Miami, war ich am Dienstag fast froh wieder zurück in den Alltag zu kommen. Die Schule ist mittlerweile richtig angelaufen, weshalb wir bald wieder unsere Schulbesuche starten werden, die auf meine Initiative hin dieses Jahr ein bisschen kooperativer ablaufen werden. Um damit möglichst zügig anzufangen, haben wir den Vormittag zur Planung und Aufgabenverteilung in dieser Angelegenheit genutzt, hoffentlich schaffen wir's noch vor Ostern. Wir haben dieses Mal ein Umwelt-Kreuzworträtsel vorbereitet, damit die Kids auch ein bisschen aktiv werden während unseren Besuchen. Außerdem machen wir morgen Früh einen kleinen Stand im Colegio, in der Hoffnung ein paar Spenden zu bekommen und ein bisschen Werbung zu machen.

Nebenbei gibt's natürlich auch in Madre Verde einen Haufen Arbeit, da in den drei Wochen ja, außer der Pamela zweimal, niemand im Vivero und im Schmetterlingsgarten gearbeitet hat. So wie's hier bei den tropischen Bedingungen wuchert, trotz Regenmangel, gerät man nach drei Wochen schon ziemlich in Rückstand im Rennen mit dem Unkraut. Die ganze letzte Woche war also recht arbeitsreich und trotz langen Arbeitstagen bleibt bis zur Semana Santa auch noch genug zu tun. Außerdem kommt am 22. März wahrscheinlich die Mariel von ACI zu Besuch, bis dahin sollt's natürlich auch einigermaßen aufgeräumt ausschauen.

Erstaunlicherweise lebt sogar noch das Heleconio-Pärchen, mittlerweile ja schon seit fast zwei Monaten. Die scheinen es wirklich recht gut zu haben bei uns, wo sie laut Lehrbüchern doch eigentlich bloß einen guten Monat leben. Beim Schmetterlingsgarten bin ich wirklich sehr froh über die Hilfe von der Pamela, so muss ich Entscheidungen nicht immer selber fällen und wir können uns gegenseitig über unsere Ideen austauschen. Ist wirklich eine sehr fruchtsame Zusammenarbeit, die glaub ich essentiell für das Vorankommen dieses Projekts ist. Wenn ich zwischen dem Schuften mal wieder ein paar Minuten Zeit hab, mach ich mal wieder ein paar Fotos, damit ihr unsere Fortschritte bewundern könnt.

Um gegen das Unkraut aufzuholen, hab ich mir auch am Samstag drei Stünderl Zeit genommen und bin bei einer Affenhitze hochgegangen, war aber zum Mittagessen wieder zuhause und hab den Rest des Wochenendes faulest und mit meinen Freunden hier verbracht, die schon Angst hatten mir wäre was passiert… so lang wie ich mich nichtmehr hab blicken lassen. War sehr nett mal wieder mit den Leuten unterwegs zu sein.

Nächstes Wochenende steht eine Hochzeit in der Familie an, da freu ich mich schon sehr drauf. Zum Einen ist die ganze Familie zusammen unterwegs und zum Anderen bin ich sehr froh die Chance zu haben, einen solchen Event hier mitzuerleben.

Achja, wer die Raftingbilder noch nicht gesehen hat, sollte sie sich wirklich nicht entgehen lassen: http://picasaweb.google.com/willi.stepp/Verena#

Montag, 8. März 2010

Miami

Während die Veri also am Donnerstag noch auf dem Heimweg war, sind auch wir quasi schon hinterher geflogen. Um 16:40 hob der Flieger von TACA, der größten mittelamerikanischen Fluggesellschaft, vom Flughafen Juan Santamaria San José in Richtung Miami ab. Dort angekommen haben wir zum Glück gleich den Leihwagen bekommen und sind auf direktem Weg ins Hotel gefahren. Lustig mit anzuschauen, wie sich der Carlos die ganze Zeit drauf freut, dass sein Navi (nur mit Karte von den USA) endlich mal funktioniert und dann nicht wirklich damit umgehen kann.

Eigentlich dachte ich ja ich komme zumindest in Amerika mal wieder dazu, ein bisschen mein Englisch zu üben. Tja gefrühstückt haben wir in einem puerto-ricanischen Restaurant direkt neben dem Hotel und auch in der Dolphin-Mall, in die wir danach gefahren sind, hat kaum jemand wirklich Englisch gesprochen. Meine Sprachkenntnisse musste ich also kaum auspacken, dafür hab ich einen Haufen spanische Akzente kennengelernt, die nebenbei alle deutlich hässlicher sind als der costa-ricanische. Sehr auffällig ist auch wie die Latinos, die in ihren Heimatländern alle aufeinander schimpfen und gar nichts voneinander wissen wollen, in den Staaten plötzlich zu einer verschworenen Einheit verschmelzen.

In der Mall, die zwar nicht die Ausmaße der Allbrook in Panama erreicht, aber trotzdem zum Beispiel das OEZ deutlich in den Schatten stellt, haben wir also den Freitag verbracht. Sicherlich neunzig Prozent der Kunden dort sind Latinos, davon wiederum wird der Großteil als Touristen im Land sein und, so wie wir, den Urlaub hauptsächlich zum Shoppen nutzen. Nach dem Abendessen sind wir zurück ins, für den Preis, wirklich runtergekommene Hotel. Mit den Löchern in Bettwäsche und Matratze und einem Bad von der Größe einen Fußabstreifers. Da hatten die Veri und ich für ein Viertel des Preises teilweise deutlich edlere Unterkünfte!

Nun gut bevor es am Samstag wieder in einen der riesen Läden geht hab ich einen kleinen Trip nach Miami-Beach durchgesetzt. Da ist die Latinodichte zwar schon deutlich kleiner, aber lange aufgehalten haben wir uns sowieso nicht. Danach ging's in einen Target, wo wir den Nachmittag verbracht haben und ich mir eine neue Kamera zugelegt hab. Die Wahl ist auf die S8000 von Nikon gefallen, in die ich mich nach ein bisschen Eingewöhnungszeit schon fast so verliebt hab wie in meine alte Samsung. Die neuen Fotos von Miami sind schon mit der neuen Kamera gemacht und ich bin wirklich überrascht von dem Nachtpanorama.

Am Sonntag hab ich nochmal einen Vormittag rausgeschlagen, den die Mädls ohne Shopping aushalten mussten. Dafür sind wir nach Key Byscane gefahren, einer Insel die per Brücke mit Miami verbunden ist und früher den Sklaven als Ausgangspunkt für die Flucht auf die Bahamas gedient hat. Das hatte ein Ende als 1825 der Leuchtturm gebaut wurde und ein Wächter stationiert wurde. Um das Signal für die Schiffe und das Bauwerk zu erhalten, wurde dieser seitdem mehrmals renoviert und kann so ohne Gefahr auch bestiegen werden. Oben bietet sich ein schöner Ausblick über die Insel und Teil der Downtown von Miami. Nach einem recht leckeren Mittagessen ging's wieder in die Dolphin-Mall und danach nach einem Besuch im KFC ins Hotel.

Vor der Abreise am Montag mussten Pilar und Fabi noch ein drittes Mal innerhalb von vier Tagen in die Dolphin-Mall. Danach sind wir über El Salvador zurück nach Costa Rica geflogen, wo uns der Can am Flughafen abgeholt hat.

Donnerstag, 4. März 2010

Die Botschaftstour

Nachdem ih die Veri am Sonntag beim Busterminal abgeliefert hatte, bin ih direkt weiter zum Fotoladen "Actual", der laut Botschaft als einziger die biometrischen Passbilder macht. Deshalb hat er es natürlich auch nicht nötig sonntags zu Arbeiten, ich hab aber zumindest erfahren, dass er am Montag um 9 Uhr aufmacht.

Daraufhin bin ich weiter zur OIJ, der Polizeistelle bei der man den Pass gestohlen melden muss. Da ich dort am Sonntag der Einzige "Kunde" war, ging die Sache recht schnell vonstatten und ich war gegen Mittag mit dem fertig, was man eben am Sonntag erledigen konnte.

Nach einem kurzen Zwischenstop beim Randall sind wir weiter nach Alajuela gefahren. Dort haben wir den Zoo Ave besucht, wo sie kranke oder verletzte Vögel un andere Tiere aufnehmen, um sie vor der Wiederaussetzung wieder aufzupäppeln. Der Eintrittspreis von 7500 Colón (15$) wäre unter anderen Umständen auch wirklich eine Frechheit: So wr es aber eine ganz gute Beschäftigung für den Nachmittag.

Um halb 9 war ich also am Montag vorm "Foto Actual" gestanden um auch ja der erste Kunde zu sein. Nach zwei geschossenen Fotos, jeweils eines für die amerikanische und die deutsche Botschaft, ging's direkt nach Sabana Norte. Dort nehmen wir Deutschen mit unserer recht gemütlichen Vertretung ein Stockwerk eines Glaskastens ein, den wir uns noch mit einem Haufen Firmen und den Japanern teilen.

Eigentlich hatte ich ja gehofft , ich würde einfach gleich meinen Pass ausgehändigt bekommen un könnte direkt bei der Hotline für's amerikanische Visa anrufen. Leider musste ih aber feststellen, dass eine Bestätigung , die das Einwohnermeldeamt in Planegg hätte schicken müssen nicht bei der Botschaft eingegangen war. Auch mit dem Versprechen gleich in der Früh auf der Gemeinde anzurufen und der Passkopie wollten sich die Zuständigen nicht zufriedengeben. Nachdem ich also kurz Kontakt mit Zuhause aufgenommen hatte, bin ich also unverrichteter Dinge wieder abgereist.

Am Dienstag lief dann zumindest dieser Teil ein bisschen besser und noch bevor die Botschaft überhaupt richtig geöffnet hatte, haben sie mir schon den vorläufigen Pass gegeben und ich wollte die Amerikaner anrufen. Zu dem Zeitpunkt war es noch kein bisschen klar, ob ich das Visum oder gar den Termin dafür überhaupt rechtzeitig bekommen würde. So war ich schon etwas der Verzweiflung nahe, als der automatische Anrufbeantworter meine Visakarte nicht akzeptieren wollte um einen PIN zu bekommen, den man aber zum Anruf bei der Hotline braucht.

Nachdem ich mir den PIN dann entlich besorgt hatte, bin ich ins Büro von ACI gefahren, um die Visadokumente abzuholen. Wäre noch schöner gewesen, das amerikanische Visa zu bekommen und nach Miami zu fliegen und dann nicht wieder nach Costa Rica reingelassen zu werden. Von dort hab ich dann auch die Hotline angerufen die einen Termin für mich am 9. März hatte. Zum Glück haben sie sich gnädig gezeigt nach meiner Geschichte und das amerikanische Konsulat hat ein Emergencyprogram, wodurch ich schon Am Mittwoch kommen durfte.

Am Mittwoch ist dann endlich alles rund gelaufen, auch wenn ich quasi den kompletten Tag in Parvas auf dem Gelände der Botschaft verbrachte habe, die man mit der Deutschen wirklich nicht vergleichen kann, ein riesen Palast mit Massenabfertigung. Wie die Visageschichte für Ticos abläuft hab ich als Thema in die Blogthemaliste aufgenommen, bei mir war das ziemlich unkompliziert. Um 12 war ich an der Reihe und nach einer kurzen Erläuterung der Umstände wurde ich gebeten um 3 wiederzukommen um den Pass mit Visum abzuholen. Was ich nach einem Mittagessen in San José auch gemacht habe.

Um kurz nach 4 ist dann die Veri aus Cahuita gekommen und wir sind nach einer kleinen Souvenirshoppingtour nach Palmares gefahren. Nach ihren Erzählungen hatte die Veri auch ohne mich ein paar coole Tage und hat schon im Bus ein paar nette Mitreisende kennengelernt. Wir haben dann also noch die Fotos von Randall's Kamera, die er der Veri geliehen hat, runtergeladen und auf CD gebrannt.

Zwischen Frühstück und meinem eigenen Abflug hab ich am Donnerstag die Veri zum Flughafen gebracht. Trotz Dr Gewissheit, dass es nicht mehr ewig hin ist bis zum Wiedersehen, musst ich mir schon eine mittlere Träne unterdrücken. Trotz dem unglücklichen Ende waren es drei sehr schöne Wochen die, wie ich glaube wir beide ziemlich genossen haben.

Sonntag, 28. Februar 2010

Corcovado

Nach dem ganzen Stress mit der Passgeschchichte haben wir, vor allem ich, entschieden uns die Laune nicht versauen zu lassen und die Tage im Drake Bay in vollen Zügen zu genießen.

Da wir das erste Boot wegen meiner Rumtelefoniererei verpasst haben, kamen wir erst mit dem nächsten Boot um 16:30 aus Sierpe los. Das Boot braucht bis zum Hotel in etwa eineinhalb Stunden. Während wir also auf dem Weg waren, ist es schon so langsam dunkel geworden, was eine super Stimmung auf den Mangrovenwald, der die Ufer bis zur Mündung ins Meer ziert, gezaubert hat. Im Dunkeln im Hotel angekommen gab's Essen, das wir nach dem ganzen Stress schon sehr stark herbeigesehnt hatten.

Eigentlich hatten wir vor, so früh wie möglich aufzustehen, um möglichst viel Sonne abzubekommen. Der Ausflug auf die Isla del Caño stand nämlich erst für den Freitag an. Leider hat es wie wie beide aufgewacht sind ziemlich stark geregnet, so dass wir beschlossen haben noch ein bisschen weiterzuschlafen. Als sie uns zum Frühstück geeckt haben, war es schon kurz vor neun und der Regen hatte zumindest nachgelassen.

Nach dem Frühstück sind wir mit der Hoffnung, die Sonne würde doch noch rauskommen, an den einsamen Strand runtergegangen. Dieses Risiko wurde dann auch belohnt und wir haben eine ordentliche Portion Sonne abbekommen. Der Nachmittag hingegen verlief dann weniger sonnig, worüber wir aber im Nachhinein ganz froh waren, wir hatten nämlich schon genug an unseren Sonnenbränden vom Vormittag zu leiden.

Auch der nächste Tag konnte nicht gerade mit seinem Wetter glänzen, das man leider wied als recht bescheiden beschreiben muss. Dafür hielt dieser Freitag ein paar Andere Besondeheiten für uns bereit. Schon auf dem Hinweg zur Insel mit dem Boot entdeckten wir eine Walmama mit ihrem Baby, die sich auf etwa halber Strecke zur Insel rumtrieben. Nur ein paar Minuten nachn der Walsichtung, machte uns der Guide auf eine Gruppe von Delfinen aufmerksam die fröhlich ein paar Meter neben dem Boot dahingeiteten. Einer hat dann der ganzen Gruppe (2 Ticos, 2 Kanadier, ein Ami und wir) dann ein Raunen entlockt, als er einen filmreifen Sprung aus dem Wasser hinlegte. Sowas hatte ich in freier Wildbahn noch nie zu Sehen bekommen. Auch die beiden anschließenden Schnorchelgänge waren recht fischreich und Einer der an der Insel ansässigen Haie hat sich seinen Auftritt auch nicht nehmen lassen. Wie hatten Glück, die Tour am Freitag machen zu dürfen, im Hotel hätten wir uns bei den Regenschauern nämlch sicherlich ziemlich gelangweilt.

Am Samstag wart dann ach schon Abreisetag und wir kamen nach einer, diesmal ruhigen, Busfahrt um kurz nach drei in San José an, wo uns der Randall und die Fahmidait dem Taxi abgeholt haben.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Unerfreuliches Kapitel

nach dem Zwischenstop in Palmares sind wir am Dienstag nach San José gefahren, haben unsere Rucksäcke im Hostel untergestellt und uns die Stadt ein bisschen angeschaut. San José kann ja nicht gerade begeistern aber wir wollten sowieso am nächsten Tag gleich weiter nach Corcovado.


Am Abend vor der Abfahrt sind wir dann noch mim Randall und ein paar anderen ACI-Leuten ein bisschen was trinken gegangen. Da unser Bus nach Palmar aber um 5 Uhr ging, haben wir versucht einigermaßen zeitig ins Bett zu kommen.

Noch vor Sonnenaufgang haben wir also San José verlassen. Bis zum Zwischenstop in San Isidro bzw. Buenos Aires haben wir quasi durchgeschlafen. Nach dem Frühstück dort hab ich die Bücher rausgeholt und den kleinen Rucksack im Gepäckfach verstaut. Mittlerweile hatte sich der Bus bis auf den letzten Stehplatz im Gang gefüllt, so gab es wohl einen Moment in dem ich in mein Buch vertieft nicht aufmerksam war und schon wer der Rucksack weg.

Wirklich unerfreulich wird das Kapitel nun, weil mein Reisepass in dem Rucksack war. Eigentlich weiß man, und auch ich, es ja besser und trägt den Pass möglichst am Körper. Auch die Sicherheitsinstruktionen bei ACI haben das Thema ausführlich behandelt und der Carlos hat immer wieder vor den Dieben und "Ladrones" gewarnt.

Dank meiner Naivität und Unachtsamkeit bin ich also nun meinen schönen Rucksack, den Reisepass, die Kamera, die Regenjacke und noch ein paar Kleinigkeiten los. Neben dem Reisepass ist natürlich die Kamera sehr schade, da es so keine Bilder von Corcovado geben wird. Auch Veris neue Trekkinghose kann sie nun leider nur noch in der kurzen Variante benutzen.

In diesem Monatsbericht hab ich ja schon von unseren Plänen erzählt, nach Miami zu fliegen. Das könnten natürlich jetzt ein Problem werden. Ich habe selbstverständlich sofort bei der deutschen Botschaft angerufen un einen vorläufigen Reisepass beantragt. Auch wenn ich den recht schnell bekomme, ist er nicht maschinenlesbar, was ein Visum zur Einreise in die USA nötig macht. Hier wird die Sache dann natürlich wirklich kompliziert.

Um den Termin für das Visum ausmachen zu können, muss man erst für 14$ einen PIN kaufen und kann dann 5 Minuten mit einem Angestelltem der Botschaft telefonieren. Der Termin kann außerdem erst beantragt werden, wenn man den vorläufigen Pass hat. Bis das Visum dann erteilt wird kann es sicherlich auch noch mal einen Tag dauern. Da sich der Carlos und ich aber schon so auf unseren Amerikatrip gefreut haben, werd ich aber auf jeden Fall versuhen das Visum irgendwie zu bekommen.

Alles in Allem äußerst ärgerlich, aber anscheinend muss man manche Erfahrungen einfach doch persönlich machen. Ich versuche mir meine Laune nicht allzu sehr vermiesen zu lassen und die drei Tage in Corcovado trotzdem zu genießen.

Dienstag, 23. Februar 2010

Der Zwischenstop

Nach einer Woche auf Reisen haben wir Pilar und Carlos am Samstag in Puntarenas getroffen. Die Banda Juvenil de Palmares hatte einen Auftritt beim Carneval der den Höhepunkt der Fiestas von Puntarenas bildet. Da sie schon als 5 Gruppe dran waren, waren wir um ca. 9 Uhr schon auf dem Heimweg nach Palmares. Auf dem Weg mussten wir natürlich noch einen der leckeren und äußerst frischen Fische, die man an der Pazifikküste bekommt, essen.


Den Rest des Weges haben wir natürlich über die neu gebaute Straße von Caldera aus genommen, In Atenas sind wir runter und waren keine 300 Meter gefahren, als dem Carlos ein Hund vors Auto gelaufen ist. Es hat ganzschön gescheppert und eigentlich war klar, dass der Hund das nicht überlebt haben konnte. Nach 4-5 Kilometern sprang dann die Anzeige vom Auto an, wir sollten sofort stehnbleiben und den Wagen in eine Werkstatt schaffen.

Als ich den Schaden an der Stoßstange dann ein bisshen genauer beäugen wollte, kamen mir aus dem Kühlereinlass zwei Hinterfüße entgegen. Der Hund war also wirklich hinter der Front stecken geblieben... Der Carlos hat also den Can und einen Abschleppwagen herbeordert. Noch vor dem Can kam ein junges Pärchen und nachdem er sie abgeliefert hatte wurde er neugierig und nahm die ganze Angelegenheit ein bisschen genauer unter Betracht. Nach ein paar Sekunden sagte er nur: "Der lebt!" Das wollte natürlich erst mal keiner glauben, es stellte sich aber raus, dass er Recht behalten sollte.

Als der Can eingetroffen ist, haben er und der Pablo also erstmal den Hund aus dem Auto gezogen und ihn dann mit unserem Gepäck und den Anderen mit nach Hause genommen. Wir haben noch auf den Abschleppwagen gewartet und sind dann etwa 20 Minuten später um halb eins endlich angekommen. Der Hund hat dann die Nacht bei uns im Haus verbracht, die Verletzungen waren aber zu schwerwiegend. Er musste also leider am nächsten Tag eingeschläfert werden, worauf wir ihn in Madre Verde an einem ruhigen Örtchen vergraben haben.

Am Sonntag haben wir dann noch einen kleinen Palmaresrundgang gemacht und Abends mit den Leuten ein bisschen im Park geratscht. Außerdem bin ich das erste Mal dazu gekommen, mir ein bisschen was von Olympia auf NBC anzuschaun. Die Spiele dieses Jahr sind wirklich ziemlich an mir vorbeigegangen...

Am Montag haben wir den Musas, einem Naturachwimmbad in San Ramón einen Besuch abgestattet, da dieses aber leider geschlossen war, mussten wir unverrichteter Dinge wieder abreisen.

Nach dem Frühstück am Dienstag ging's dann in aller Ruhe weiter nach San José

Samstag, 20. Februar 2010

Von Monteverde nach Montezuma

Nach unserem Aufenthalt in La Fortuna haben wir uns aufgemacht in noch höhere Gefilde, nach Monteverde. Auf 1500 Meter gelegen wird's dort schon ziemlich kalt. Gleich nach unserer Ankunft mit dem Jeep-Boat-Jeep Trip haben wir die zwei verbleibenden Stunden genutzt um uns ein bisschen im Neelwald umzuschauen.


Da der Großteil der Touristengruppen schon wieder in ihren Hotels war, waren wir ziemlich allein unterwegs. So hatten wir auch das Glück, ein paar Nasenbären mitten auf dem Weg anzutreffen. Auch ein paar Nebelschwadeb sind durchgezogen, der Nebelwald hat also seinem Namen alle Ehre gemacht.

Nachdem wir beide das kalte Wetter langsam überdrüssig verworfen waren, haben wir gleich am nächsten Tag den ersten Bus um 5:30 nach Puntarenas genommen. Von dort ging's direkt weiter auf der Fähre bis nach Paquera und dann nach Montezuma.

Vom Zentrum aus hatten wir noch einen 30-minütigen Fußweg vor uns, weshalb wir uns erstmal die letze kalte Cola für die nähhsten beiden Tage gekauft. Zwar waren wur grade erst aus dem kalten Monteverde angekomen, aber die Temperaturen sind uns so natürlch erst recht unertragbar vorgekommen.

Nach einer guten halben Stunde am Strand entlang, sind wir am Play Grande angekommen, wo das Projekt vom Lukas, einem deutschen Freiwilligen bei ACI, seine Zelte aufgeschlagen hat. Entgegen aller Absprachen und meiner Erwartung war weder der Lukas noch sein Chef da und we mussten uns erstmal mit den weiter Freiwilligen zufrieden geben. Obwohl es wohl einige Probleme gab und der Lukas deshalb in Zwangsurlaub geschickt worden war, war sein Chef so nett, uns zwei Tage dort schlafen zu lassen.

Das Projekt ist wirklich traumhaft gelegen, an einem langen weißen Sandstrand mit Palmen an dem am Tag vielleicht 20 Leute vorbeikommen. Es besteht aus einem Matrazenlager auf Stelzen mit Wohn- & Essbereich darunter für die Freiwliigen, einer Küche, einem Häuschen für den Chef, einem Gewächshaus und der Hetchery, wo die Schildkröteneier aufbewahrt und vor Fressfeinden geschützt werden.

Das Wetter war wirklich super, so dass es auch kein Problem war, dass die Veri im Zelt, sogar mit Matraze, und ich in der Hängematte schlafen musste. Die ungefähr 15 Freiwilligen waren alle wirklich sehr nett und wir haben uns super verstanden und da es keinen Strom gab, hat man eben Abends zusammen bei Kerzenschein gelesen, Uno gespielt oder geratscht. Während wir zwei Tage einfach nur Faul am Stran gelegen sind, hab ich geschätzte 500 Seiten gelesen und den Rest geschlafen. Mit dem super Essen, das immer eine einheimische Freiwillige gekocht hat, waren es zwei äußerst chillige Tage.

Da wir uns, bevor wir nach Puntarenas zurück wollten um Fabis Umzug zu sehen, noch den Wasserfall anschauen wollten, haben wir die dritte Nacht im Zentrum von Montezuma verbracht. Dort ist zwar die ganze Naht ordentlich was los, wir waren aber vom erneuten Marschieren so müde, dass wir recht zügig ins Bett gefallen sind.

Nach dem Besuch am Wasserfall haben wir dann den Bus um halb 1 nach Paquera genommen und sind dort wieder auf die Fähre gestiegen nach Puntarenas.

Donnerstag, 18. Februar 2010

Der 18. / 6

so, nach knappen 250 gelesenen Seiten heute, muss ich doch noch ein paar Zeilen selbst zustande bringen. Schließlich ist schon wieder der 18te und so wird mein monatlicher Eintrag fällig!

Die Sprache:

Meine Fortschritte mit dem Rollen des "r"s sind zwar eher von bescheidener Natur, aber immerhin sind sie überhaupt zu erkennen. So wie ich mich kenne, platzt irgendwann der Knoten und dann ist auch dieses Problem aus der Welt geschafft.

Erfreuliche Erfahrungen mache ich diese Wochen immer wieder, da ich ja viel mit neuen Leuten in Verbindung komme. Nach ein paar Sätzen fragen sie mich oft, wie lange ich denn schon hier bin und wie ich so schnell Spanisch gelernt habe. Anscheinend hat sich auch der Ticodialekt schon ziemlich festgesetzt... Das sagt zum Rinen der Carlos und zum Anderen auch viele andere Leute die meinen man merkt sofort, dass ich mein Spanisch hauptsächlich hier gelernt habe.

Die Arbeit:

Mit erhöhtem Einsatz und der etwas häufigeren Anwesenheit von der Pamela haben wir die letzten Wochen vor meinem längeren Urlaub nochmal vernünftig angepackt. Jetzt ist der Schmetterlingsgarten so weit vorbereitet, dass wir die Arbeit nach den Ferien aufnehmen können und auch der Vivero hat einen Haufen neuer Pflanzen die, gut gegossen, auch brav gedeihen. Sonst ist Arbeit für die nächsten Wochen erstmal kein Thema, es gilt schließlich, den Urlaub zu genießen.

Das Reisen:

Über den Reiseverlauf des großen Urlaubs, halte ich euch ja auf dem Laufenden. Rückblickend bleibt also nur das Seminar in Esparza in Erinnerung zu rufen.

Die Ausschau hat da schon ein bisschen mehr Neues zu bieten. Erstmal bleiben uns ja noch zwei Wochen Urlaub in Corcovado und an der Karibikküste. Am 4. März geht's dann für uns alle nach Amerika, die Veri macht sich auf den Heimweg über New York und wir machen Kurzurlaub in Miami... Ja ihr hab richtig gelesen, der Carlos hat mit seinen übergebliebenen Meilen für Pilar, Fabi und mich einen Flug nach Miami spendiert und so werden wir uns für ein verlängertes Wochenede den Gringos einen Besuch abstatten.

Dienstag, 16. Februar 2010

La Fortuna

All das Daumendrücken hat leider nicht allzu viel gebracht, die Veri ist nach einer weiteren Nacht in Houston erst am Freitagabend in San José angekommen. Wir haben also quasi schon zwei Tage verloren gehabt und haben uns so nach einem Besuch in Madre Verde gleich am Samstag aufgemacht.

Gleich als Erstes ging's nach La Fortuna, dem Ort am beeindruckenden Vulkan Arenal. Leider hat sich der costa-ricanische Sommer die letzten Tage nicht so gnädig gezeigt. Weil die ganze Zeitbewölkt war, blieb uns der Blick aufsen Vulkan leider verwehrt.

Wir haben natürlich das Beste aus unserem Aufenthalt gemacht und sind am Sonntag gleich mim Radl zu einem Wasserfall gefahren. Die Anfahrt war mit einer Stunde Begauffahrt allerdings ncht ganz ohne. Auf den Aufstieg zum, vom Papa empfohlenen Kratersee mussten wir leider verzichten, weil wir schon ein bisschen spät dran waren und die Veri natürlch noch ein bisschen von der anstrengenden Reise geschafft war. Der Wasserfall war den Besuch aber auf jeden Fall wert.

Der Montag war dannvon dem Ereignis gekrönt auf das ich schon seit ein paar Wochen hingefiebert hab, dem Rafting. Nachdem die Mama und ich letztes Jahr eine Tour der Stufe 3-4 gemacht haben, musste es diesesmal natürlich schon eine Stufe 4 sein. Es ging also mit einem amerikanischen Pärchen, davon sind hier erwartungsgemäß ein Haufen unterwegs, auf den Río Toro. Der Guide war super und die Tour wirklich aktiongeladen, weshalb wir uns am Abend gleich noch in den heißen Quellen des Baldihotels entspannen mussten.

Heute früh ging's dann weiter nach Monteverde, wo wir nur schnell nachmittags dem Nebelwaldreservat einen Besuch abgestattet haben und morgen schon weiter in Richtung Montezuma fahren. So langsam habenwir das durchgehend eher kalte Wetter satt und freuen uns scho sehr auf Sonne, Strand und Meer.

Ich muss schon zugeben, dass es ein komischen Gefühl ist nach fast sechs Monaten nun wieder längere Zeit als Tourist unterwegs zu sein, ich werde grundsätzlich auf Englisch angesprochen, was ich aber erfolgreich abzuwehren weiß. Nach ein paar Sätzen merken die Leute schnell, dass ich mein Spanisch hier gelernt habe und sie werden sehr viel offener. Beim ein oder anderen Taxifahrer ist da schon mal ein kleiner Rabatt drin und aus Palmares zu sein führt immer zu recht freudigen Reaktionen und wohl auch Erinnerungen bei den Leuten. Für die ist es sicher auch erfrischend, mal einen Touristen kennenzulernen der sich nicht beschwer bloß weil sie kein perfektes Englisch sprechen.

Ich freu mich nun also schon das Projekt vom Lukas in Montezuma kennenzulernen und melde mich dann wieder, wenn wir gerade unseren Zwischenstop in Palmares machen.

 

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